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Zuletzt aktualisiert: 07.01.2011 um 20:16 UhrKommentare

Gnadenbrot für Stuten auf Gut Aiderbichl

Kritik vom Freundeskreis der Hofreitschule weist Elisabeth Gürtler zurück und begründet, warum Hengste künftig ihren Lebensabend am Heldenberg verbringen und nicht in Piber.

Josef Offenmüller, Sprecher des Freundeskreises der Hofreitschule, übt erneut Kritik an Elisabeth Gürtler: "Ich habe das Gefühl, dass Piber zu Tode gelobt wird. Künftig sollen alte Hengste, die nicht mehr in der Hofreitschule auftreten, an den Standort Heldenberg und nicht mehr nach Piber gebracht werden", berichtet Offenmüller.

Pensionsschock

Was ihn ebenfalls an eine Aushöhlung des Gestütes in der Weststeiermark denken lässt: "Elisabeth Gürtler hat gesagt, dass Stuten, die nicht mehr für die Zucht eingesetzt werden, auf Gut Aiderbichl bei Salzburg ihren Lebensabend verbringen."

"Ja, das mit den Hengsten ist richtig, weil auch Pferde einen Art Pensionsschock erleben und die Bereiter nicht wollen, dass die Hofreitschulpferde in Piber geritten werden", geht Generaldirektorin Elisabeth Gürtler auf die Vorwürfe ein. "Außerdem kommt noch hinzu, dass die Hengste, die zuvor zum Deckeinsatz nach Piber kamen, durch die Stuten aufgeregt werden. Manche waren schweißnass in der Box. Am Heldenberg haben wir Stallungen und keine Stuten. Und dort können die Althengste von jungen Eleven geritten oder zumindest spazieren geführt werden", betont Gürtler. Bevor die Ställe in Wetzdorf winterfest gemacht worden seien, habe man keine Alternative zu Piber gehabt.

Inzucht

Gürtler bestätigt auch, dass sich derzeit drei Stuten auf dem Gut Aiderbichl von Michael Aufhauser in Henndorf bei Salzburg befinden. "Wenn Stuten schon viele Fohlen zur Welt brachten, können wir mit ihnen nicht weiterarbeiten, um Inzucht zu vermeiden." Normalerweise gebe man diese Tiere an andere Gestüte wie beispielsweise Lipica weiter. "Das stört mich sehr, insbesondere wenn Stuten darunter leiden, wenn es ihnen irgendwo nicht so gut geht, wie bei uns." Deshalb habe man drei verdiente Stuten nach Salzburg gebracht, weil sie dort nicht mehr gedeckt werden. Aiderbichl sei aber keine generelle Lösung für Stuten, die nicht mehr für die Zucht infrage kämen. "Wir müssen auch nichts bezahlen, weil ich selbst ,Aiderbichlerin' bin und das Gut über das Hotel Sacher großzügig unterstütze. Daher wurde mir auch diese Möglichkeit angeboten", erzählt Gürtler. "Wir machen wirklich alles zum Wohle der Pferde."

Elisabeth Gürtler und Erwin Klissenbauer sind übrigens bereits seit mehr als drei Jahren für die Geschäftsführung der Spanischen Hofreitschule und des Gestütes Piber verantwortlich. "Deshalb laden wir kommende Woche zu einem Pressegespräch in die Salons der Spanischen Hofreitschule ein und ziehen eine Bilanz über diese Zeit. Gürtler verspricht "einen umfassenden Überblick über alle Projekte und Errungenschaften der vergangenen drei Jahre, genauso wie einen Ausblick auf unsere geplanten Vorhaben in den nächsten ein bis zwei Jahren". So lange laufen auch die Verträge mit Gürtler als Generaldirektorin und Klissenbauer als Geschäftsführer.

Zu einem Gerücht, das in den vergangenen Wochen im Bezirk Voitsberg kursierte - alle Gestüts-Angestellten im Schloss seien gekündigt worden - sagt Gürtler nur verärgert: "So ein Blödsinn..."

ANDREA KRATZER

Kommentar

ANDREA KRATZERAushängeschi... von ANDREA KRATZER

GUT AIDERBICHL

Tiere in Not. Im Jahr 2000 wurde mit dem Bau des Gutes Aiderbichl in Henndorf am Wallersee bei Salzburg begonnen. Michael Aufhauser, ein ehemaliger Schauspieler, schuf eine Anlaufstelle für Tiere in Not. Durch Beiträge in vielen TV-Sendungen wurde der Gnadenhof rasch bekannt.

Spenden. Wer "Aiderbichler" werden möchte, kann Patenschaften für Tiere ab 10 Euro monatlich übernehmen und bekommt dafür eine Paten- und Mitgliedskarte mit einigen Vergünstigungen. Einmalige Spenden sind auf das Konto der Gut Aiderbichl Stiftung Kontonummer 12 13 58 006 bei der Oberbank Salzburg (BLZ 15090) möglich (auch telefonisch 0662-62 53 95).

www.gut-aiderbichl.com

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