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Zuletzt aktualisiert: 03.01.2011 um 20:16 UhrKommentare

Offen für die musikalischen Glückwünsche

Neujahrsgeiger freuen sich, dass sie mit ihren Liedern gern gesehene Kurzzeitgäste sind.

VOITSBERG. Einige Bräuche, die lang rund um die Weihnachts- und Neujahrszeit gepflegt worden sind, scheinen in Vergessenheit zu geraten, andere wiederum erleben eine neue Blüte. So beklagten Traditionsbewusste, dass am 28. Dezember, dem "Unschuldigenkindertag", kaum noch Mädchen und Buben mit Ruten zum "Frisch- und G'sund-Schlagen" unterwegs waren. "Ich hatte einen Stapel Zweieuromünzen vorbereitet, leider fand ich dann dafür keine Verwendung", bedauert eine Bärnbacherin, die vergeblich auf die "Schläger" gewartet hatte.

Ein anderer Brauch erlebt derzeit offensichtlich eine Renaissance: das "Neujahrsgeigen". Vor allem nach den beiden Weltkriegen sind die Neujahrsgeiger oder -sänger unterwegs gewesen. Für ihre musikalischen Segenswünsche gab es damals ein paar Münzen und Essbares als Dankeschön.

Bis um die Zeit des Dreikönigstages - und dann Anfang Februar als "Lichtmessgeiger" - wandern die Gruppen in der Stärke von meist drei bis vier Musikanten mit ihren Liedern und Ständchen von Haus zu Haus. Unter ihnen überwiegen junge Menschen, die sich mit ihrer Glückwunschtour ein Taschengeld verdienen. Gespielt wird vorwiegend auf der Steirischen Harmonika und der Klarinette, auch eine Trompete oder ein Bariton kann dabei sein. Nicht fehlen darf die "Teufelsgeige". Mit diesem mannshohen Instrument - auf einem gedrechselten Stab finden sich ein Teufelskopf, Tschinellen, Waschrumpel, Rassel und Trommel - wird der Takt geschlagen.

Auch Patrik, Stefan, Lukas und Maximilian - sie sind bei der "Blasmusikkapelle Kainachtal" und bei den "Jungen Kainachtalern" aktiv - sind in diesen Tagen unterwegs, um "dem Hausherrn die Taschen voller Geld, den Keller voll Wein und den Stall voller Rinder" zu wünschen. Und der Hausfrau ein "silbernes Kochgeschirr" und einen "goldenen Herd".

Dass sich die Menschen über die musikalischen Neujahrwünsche freuen, können die vier Musiker bestätigen: "Wir stehen fast nie vor verschlossenen Türen, sondern sind sogar sehr willkommen." KARL MAYER


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