Zwischen Freudentränen und Schock
Eine Hilfsaktion voller Emotionen für Kinder, die nicht mit Geschenken rechnen: Zum siebenten Mal sind Weihnachts- pakete aus der Steiermark nach Kjustendil in Bulgarien gebracht worden.

Foto © Privat). Eine der Hütten, in denen Roma leben
Über manche Erlebnisse kann sie noch nicht sprechen, so nahe sind sie ihr gegangen: Die Voitsbergerin Gerda Egger war zwar schon zum siebenten Mal im bulgarischen Kjustendil, um Kindern Weihnachtspakete zu bringen. Sie ist anscheinend aber noch nicht abgebrüht genug und das Elend dort zu groß.
"Es ist jedoch nicht nur mir so ergangen, dass ich Tränen in den Augen hatte, weil sich die Kleinen über die Packerln irrsinnig gefreut haben", so Egger. "Ein 72-jähriger Hallersdorfer, der mit uns unterwegs gewesen ist, hat sogar mehrmals die Hände vor dem Gesicht zusammengeschlagen und zu weinen begonnen, als er gesehen hat, wie schrecklich die Armut ist." Ein Student, der ebenfalls mit dem Hilfstrupp nach Bulgarien gereist ist, "war so geschockt, dass er gesagt hat, das alles würde ihn für sein ganzes Leben prägen".
Acht Personen aus der Steiermark spielten sowohl in Kjustendil als auch in Sofia Christkind. "Die Kinder durften die Pakete sofort öffnen. Und wenn man sieht, wie sie zu lachen beginnen, weil sie nicht nur Socken und Schals, sondern auch Zuckerln und Schokolade bekommen, nimmt man gern die Strapazen auf sich." Egger und das Hilfsteam sind nämlich die 1100 Kilometer ohne Pause nach Kjustendil gefahren: "Es ist anstrengend. Vor allem, weil man dabei Eindrücke zu verkraften hat, die man nicht so leicht wegstecken kann."
Spender
Egger dankt den Spendern, die die Hilfsaktion ermöglicht und sie nicht nur mit Geschenken, sondern auch finanziell unterstützt haben. "Dadurch konnten wir einerseits den Kindern noch vor der Abreise die Süßigkeiten kaufen. Andererseits war es möglich, für 20 Roma-Familien Lebensmittel zu besorgen."
Erschüttert ist die Voitsbergerin von den Lebensbedingungen der Roma: "Sie bauen sich Hütten aus Brettern, das Dach besteht aus Fetzen und Plastikbahnen, die mit Steinen beschwert werden." Am schlimmsten sei jedoch der Besuch eines Krankenhauses in Sofia gewesen, wo krebskranke Kinder behandelt werden, deren Eltern zu den Ärmsten zählen: "Das ist für mich ein Grund, meine Arbeit fortzusetzen", erklärt Egger.







