Ringen der Pendler um wertvolle Minuten
Erfolg für die Ligisterin Karla Muhri, die eine Initiative unter Pendlern gegen eine Fahrplanänderung im Dezember gestartet hat: Der Zug trifft künftig um 6.49 Uhr in Graz ein.
Bereits seit Sommer herrscht bei Pendlern helle Aufregung, weil der Frühzug der GKB, der um 6 Uhr in Köflach abfährt, später als bisher in Graz ankommen sollte. Und zwar um 6.59 Uhr statt um 6.44 Uhr. Für viele, die um 7 Uhr früh Dienstbeginn haben, wäre diese Verbindung ab dem Fahrplanwechsel im Dezember untragbar, weil sie entweder zu spät zur Arbeit kommen oder auf einen noch früheren Zug ausweichen müssen, falls sie keine Gleitzeit haben.
Nicht kommentarlos hingenommen hat diesen Umstand die Ligisterin Karla Muhri, die wochentags ab Krottendorf mit der S-Bahn S 7 in die Landeshauptstadt Graz zur Arbeit fährt. Wie berichtet, hat sie mit ihren Mitreisenden Kontakt aufgenommen und in kürzester Zeit rund hundert Unterschriften gegen die Fahrplanumstellung gesammelt. Diese "Autogramme", ergänzt um die wichtigsten Argumente wurden an die zuständigen Stellen geschickt. Nach zahlreichen Telefonaten und Gesprächen gelang es Muhri, einen Kompromiss "herauszuschlagen".
Spielraum
"Letzter Stand ist, dass unser Zug um 6.49 Uhr am Hauptbahnhof ankommen wird. Das ist um zehn Minuten früher als es vorgesehen und eine Lösung, mit der wir uns abfinden müssen", zeigt sich Muhri nicht unzufrieden mit dem Ergebnis. Zwar wird das nicht allen Pendlern helfen, aber zumindest den meisten. "Mir wurde von GKB-Prokurist Peter Kronberger gesagt, dass man beim Fahrplan 2011/2012 wieder mehr Spielraum habe, weil die Geleise nach dem Umbau beim neuen Hauptbahnhof bereits zur Verfügung stehen", so Muhri.
Der Hauptgrund, warum keine frühere Ankunft möglich ist, liegt am Gegenzug nach Köflach. Die beiden S-Bahnen müssen einander in Straßgang kreuzen, weil die restliche Strecke nach Graz einbahnig ist.
Ebenfalls auf die "Barrikaden" gestiegen ist der Köflacher Walter Zapfl, der seinen Unmut über die Fahrplanänderung schriftlich an Landesrat Gerhard Kurzmann, die GKB und die Verbundlinie kundtat. Zapfl fährt seit 20 Jahren mit einer aus zehn Personen bestehenden Pendlerrunde zur Arbeit nach Graz.
"Ein Pendler aus Hirschegg ist nun einmal nicht vergleichbar mit einem aus Webling. Möchte der Hirschegger um 7 Uhr an der Arbeitsstelle in Graz sein, muss er künftig um 5.30 Uhr in Köflach im Zug sitzen. Sein Weg zur und von der Arbeit wird dann täglich jedenfalls rund vier Stunden in Anspruch nehmen", so Zapfl, der sich als "Anwalt" von Zufahrern sieht, die sich verkauft fühlen.
Und er weist als Obmann des Elternvereines auch auf das Problem von Schülern aus Köflach hin, die zur HAK nach Voitsberg fahren. "Nehmen sie den früheren Zug haben sie eine lange Wartezeit, beim späteren sind sie eine Minute vor Unterrichtsbeginn auf dem Bahnhof in Voitsberg und würden regelmäßig zu spät kommen."







