Das völlig neue blaue Sextett ohne Frauen
Die FPÖ-Landtagsabgeordneten bringen viele Erfahrungen mit, aber kaum parlamentarische.

Foto © Privatv.l: Gemeindevertreter: Peter Sant, Graz Umgebung, Autofahrerfraktion: Gunter Hadwiger, Voitsberg, Freiberufler: Gerald Deutschmann, Graz Umgebung
Obwohl die FPÖ - mit der Unterbrechung von 2006 bis jetzt - Jahrzehnte im Landtag war, zieht die Partei mit sechs völlig neuen Abgeordneten in das Landesparlament in. Wobei der mangelnde Bekanntheitsgrad nicht mit einem Mangel an Erfahrung verwechselt werden dürfe, so Georg Mayer, der künftige Obmann des Landtagsklubs.
Die Mannschaft - die Bezeichnung ist insofern präzise, als keine Frau darunter ist - setzt sich überwiegend aus lang gedienten Parteirecken zusammen. Eine Ausnahme ist wegen seines Alters der 29-jährige Hannes Amesbauer aus Neuberg an der Mürz, der das Grundmandat im Wahlkreis 4 errang. Der gelernte Steinmetz machte die Abendmatura und studiert Politikwissenschaften, ist aber als Mitarbeiter im FPÖ-Nationalratsklub, als Chef der Parteijugend (RFJ) und als Parteiobmann im Bezirk Mürzzuschlag längst integriert.
Gunter Hadwiger (61) ist nach Angaben aus der Partei "schon ewig" bei der FPÖ und seit zehn Jahren Gemeinderat. Der Unternehmer ist der FPÖ-intern sehr starken "Autofahrerfraktion" zuzurechnen. Als Bezirksobmann in Voitsberg hat er das Mandat des Wahlkreises 2.
Auch Anton Kogler (49) gilt als ein "Urgestein" der FPÖ. Der Selbstständige ist Landesvize und Parteiobmann in Hartberg. Er hat das Mandat aus dem Wahlkreis 3.
Die zwei Grazer Grundmandate und das Mandat der Landesliste nehmen Männer aus Graz und Umgebung ein. Mayer (37) hat einst als 18-Jähriger Jörg Haider fasziniert. Der Jurist und Landesbeamte ist dem Idol aber nicht ins BZÖ gefolgt, sondern diente sich unter Parteichef Gerhard Kurzmann in der FPÖ hoch. Er war zuletzt Landesgeschäftsführer. Peter Samt (53) ist Obmann der blauen Gemeindeorganisation. Die beiden nehmen die Grundmandate des Wahlkreises 1 ein. Gerald Deutschmann (52) ist Architekt und will sich als Anwalt der Selbstständigen einbringen. Er erhält das Restmandat der Landesliste.
Bei der Mannschaft fällt auf, dass vier von sechs Mandataren Selbstständige sind. Das dürfte das Profil des FPÖ-Klubs im Landtag doch prägen. Und keiner hat offenbar etwas gegen die Zuspitzung der FPÖ in der Ausländerfrage und die oft mangelnde Distanz mancher Parteirecken zur rechtsextremen Szene. JOHANNES KÜBECK









