"Lassen keine Verschlechterung zu"
Besorgte Bürgerinnen und Bürger waren am Donnerstag unangemeldet bei Stadtchef Ernst Meixner: Sie brachten erneut ihre Bedenken gegen die Umrüstung des Voitsberger Kraftwerkes vor.

Foto © Andrea Kratzer
Sammelpunkt war beim Bauernmarkt in Voitsberg: Besorgte Bürgerinnen und Bürger aus dem Kernraum der Region besuchten am Donnerstag- unangekündigt - Bürgermeister Ernst Meixner im Voitsberger Rathaus, um ihm ihre Bedenken gegen die Wiederinbetriebnahme des Voitsberger Kraftwerkes mit Steinkohle mitzuteilen.
"Tourismus in der Region braucht intakte Umwelt" war auf einem großen Transparent zu lesen, das Bernhard Popp - einst Köflacher SPÖ- und kurze Zeit "wilder" Gemeinderat - mitgebracht hatte. Auf weiteren Tafeln von "Zukunft Voitsberg" war "Nein zu ÖDK 3" zu lesen.
Nach der Anmeldung im Sekretariat ließ Meixner seine Besucher nicht lang warten, sondern kam nach wenigen Minuten aus einer Besprechung, um sich die Anliegen anzuhören. "Wir bitten dich um Unterstützung, weil du eine wichtige Rolle in der SPÖ spielst", begründete Popp die Übergabe seines Briefes an seinen ehemaligen Parteifreund, in dem Meixner aufgefordert wird, mitzuhelfen, dass ein Beschluss bei einem SPÖ-Bezirkstag für die Wiederinbetriebnahme der ÖDK 3 widerrufen werde.
"Wir ersuchen Sie im Interesse der Bevölkerung des Bezirkes Voitsberg in Ihren Gremien Ihre Einstellung zu diesem Vorhaben noch einmal zu überdenken und für eine möglichst feinstaubfreie und unbelastete Umwelt für uns und vor allem für unsere Kinder und Kindeskinder zu sorgen", wird gefordert. "Ich lebe da, Sie alle leben da. Wir haben alle ordentlichen Rechtsmittel ausgeschöpft und werden es nicht zulassen, dass es zu einer Verschlechterung kommt", fasste Meixner die für ihn wichtigsten Punkte zusammen.
Karl Jung von Zukunft Voitsberg wiederum appellierte an Meixner, ebenso wie Bärnbach eine Berufung beim Verfassungsgerichtshof gegen die Entscheidung des Umweltsenates, wonach keine UVP notwendig ist, einzubringen. "Man verliert den Glauben an die Obrigkeit", meinte Jung, der bei der Umweltsenat-Verhandlung in Wien war.
"Ich befinde mich in einer Zwitter-Situation als Politiker und Beamter, der die Rechtslage zu berücksichtigen hat. Ich habe versucht, das Beste aus der Situation zu machen", betonte Meixner und verwies auf seinerzeitige Versprechen von Gilbert Frizberg (Verbund) und dem damaligen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, das Kraftwerk werde abgerissen und die Flächen der Region zur Verfügung gestellt.
Bekanntlich kam alles anders, der Verbund verkaufte das Werk an Mirko Kovats. Er, Meixner, habe immer gesagt, dass er das Projekt mit den meisten Arbeitsplätzen unterstütze: "Ich wehre mich dagegen, dass es im Bezirk nur einen Trottel gibt, und der bin ich." Popp: "Ich garantiere dir, du bist nicht der letzte, dem wir auf die Nerven gehen." Meixner versprach, behilflich zu sein, wo es gehe und keine Verschlechterung zuzulassen.









