"Positionen sind zu extrem"
Vertreter von "Zukunft Voitsberg" und A-Tec kamen bei Gespräch zu keiner Annäherung.

Foto © Kratzer
Es wurde uns von Anfang an gesagt, dass das Projekt mit hoher Wahrscheinlichkeit verwirklicht wird, weil sehr viel investiert wurde und es kein zurück mehr gibt", zieht der Voitsberger Vizebürgermeister Walter Gaich ein für ihn ernüchterndes Resümee nach einem Gespräch mit Geschäftsführer Alfred Weinberger und dem Projektverantwortlichen Michael Pichler vom A-Tec-Konzern.
Wie berichtet, strebten Vertreter von "Zukunft Voitsberg" eine Besprechungen an, die zuerst nicht zustande kam, weil das Mail laut Antwort ungelesen gelöscht worden war. Danach bot Weinberger ein Vier-Augen-Gespräch mit Vereinsobmann Georg Kürzl an. Dies wurde von Kürzl vehement abgelehnt, da der Verein auf Teamarbeit ausgelegt sei. Nach der Entscheidung des Umweltsenates in Wien, wonach für die Umrüstung des Voitsberger Braunkohle-Kraftwerkes auf Steinkohle keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei, kam die Zustimmung zu einem Beisammensein mit sieben Vertretern von "Zukunft Voitsberg".
Was Gaich und Karl Jung besonders dabei störte, war, dass keinerlei Fragen zum Umbau beantwortet wurden. "Wir wollten Informationen haben, bekamen aber keine einzige Antwort. Uns wurde gesagt, dass es nur dann eine Gesprächsbasis gibt, wenn wir uns vorstellen könnten, dass es auch ein Kraftwerk gibt", so Gaich und Jung. "Wir haben unsere volle Unterstützung angeboten, wenn in erneuerbare Energien investiert wird. Dies wurde ebenso abgelehnt wie eine freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung."
Nach eineinhalb Stunden ging man auseinander. "Wir kämpfen weiterhin mit voller Intensität, jetzt fängt es erst richtig an", kündigen Gaich und Jung im Namen ihrer Mitstreiter an. Hoffnungen werden auf eine EU-Beschwerde gesetzt und, dass die Standortgemeinde Bärnbach von ihren Einspruchsmöglichkeiten gegen den Bescheid des Umweltsenates und den nicht zugestellten IPPC-Bescheid Gebrauch macht.
Fair Play
Naturgemäß anders sieht man das Thema bei der A-Tec: "Zuerst haben wir ein Vier-Augen-Gespräch angeboten und dann einen weiteren Kreis eingeladen. Das Gespräch ist so verlaufen, wie wir es erwartet haben. Die Positionen sind zu extrem, obwohl wir uns bemüht haben, etwas zu finden, wo wir Gemeinsamkeiten haben", sagt Alfred Weinberger von der A-Tec. "Wir wollten der Dame und den Herren nichts vormachen, es ist nach wie vor unser Ziel, das Kraftwerk zu bauen. Wir möchten auch nicht, dass es eine Dreckschleuder gibt oder Menschen umbringen. Das ist auch nicht das Ziel von Mirko Kovats oder der A-Tec. Und daran müssen wir arbeiten. Daher sind wir sind auch höchst interessiert, uns weiterhin zu verständigen."
Weinberger zieht einen Vergleich aus dem Fußball heran: "Bei einem Endspiel kann man sich auf Fair Play einigen, aber man wird nicht die Strategien austauschen. Wenn es darum geht, ob ein Kraftwerk kommt, oder nicht, kann es nur einen Sieger geben." Und man werde nicht alles auf den Tisch legen, wenn sich die andere Seite überhaupt kein Kohlekraftwerk vorstellen könne.








