Särge werden unter Glasplatte gestellt
Mittels Hebekissen konnte auch der zweite Sarg aus einer Grabkammer geholt werden: Er ist - im Gegensatz zum ersten - auffallend schlicht.
Es war ziemlich mühsam, ihn aus der engen Grabkammer unbeschadet herauszuholen: Der zweite Kupfersarg, der im Vorjahr unter den Fliesen der Voitsberger Loretokapelle entdeckt wurde, ist geborgen. Leider ist darauf jedoch kein einziger Hinweis - weder ein Wappen noch eine Inschrift - zu sehen, dass darin Sigmund Rudolph Wagensperger liegt, der Landeshauptmann war und 1734 gestorben ist. "Mit etwas Glück könnte man in Archiven doch noch etwas finden", meint Dechant Erich Linhardt. Das Geschlecht der Wagensperger ist übrigens 1924 ausgestorben.
Verblüffend ist der Unterschied zwischen den beiden Särgen. Während der des Bischofs - gestorben während eines Voitsberg-Urlaubes 1723 - ziemlich prunkvoll mit Löwenköpfen und Totenschädel verziert ist und auf sechs Füßen steht, ist der zweite äußerst schlicht, lediglich ein Kreuz ist darauf zu erkennen.
"Zu 90 Prozent kann man davon ausgehen, dass es der Sarg des Landeshauptmannes ist", meint Linhardt. "Wahrscheinlich war er seinem Bruder, dem Bischof, sehr zugetan, hat eine besondere Beziehung zu ihm gehabt und deshalb für ihn den Prunksarg anfertigen lassen", vermutet der Dechant.
Die weitere Vorgangsweise ist geklärt: Eine Expertin wird die zwei Kupfersärge reinigen und restaurieren. Sie sollen dann, abgedeckt durch eine Glasplatte, in der Loretokapelle bleiben. Die Gebeine von mehreren Männern, Frauen und Kindern, die während der Grabungsarbeiten gefunden worden sind, sollen ebenfalls dort - in einem gemeinsamen Sarg - bestattet werden.









