Neue Fakten sprechen gegen ein Kraftwerk
Landesrat Manfred Wegscheider zweifelt eine Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks in Voitsberg an. Aus wasserschutzrecht- lichen Gründen sei das viel kritisierte Projekt nicht umsetzbar.

Foto © Andrea KratzerInformationen über die Zukunft der ehemaligen ÖDK III könnte heute öffentlich werden
Die Wiederinbetriebnahme der ÖDK III (Österreichische Draukraftwerke) in Voitsberg ist nach Ansicht unserer Rechtsexperten in der bisher geplanten Form nicht möglich", gab Umweltlandesrat Manfred Wegscheider gestern Nachmittag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Söding bekannt. Man habe einen Ansatzpunkt gefunden, der im Wasserschutzrecht begründet ist. "Denn jener Bereich, wo der Umbau auf neue Bestandteile wie Kohlebunker geplant ist, befindet sich im Wasserschutzgebiet für den Brunnen Tregist", erklärte Wegscheider. Dieser sei wiederum für einen großen Teil der Wasserversorgung von Voitsberg notwendig. "Würden die Abbruchmaßnahmen zu einer Beeinträchtigung der Wasserversorgung führen, gibt es keine weiteren Genehmigungen und das Projekt ist gestorben."
Vor der öffentlichen Bekanntmachung hat Wegscheider Landeshauptmann Franz Voves, die Bürgermeister der Kernraumgemeinden Voitsberg, Köflach, Bärnbach, Rosental und Maria Lankowitz sowie die Vertreter der beiden Bürgerinitiativen "Zukunft Bezirk Voitsberg" und "ÖDK III Nein - Frauenappell" über die neue Erkenntnis informiert. "Im März hat es eine konstruktive Aussprache mit den Bürgerinitiativen gegeben. Damals habe ich zugesichert, dass wir (Fachabteilung 13A) die gesamte Causa genau prüfen", berichtete Wegscheider und ergänzte: "Meine Positionierung war immer klar im Interesse des Klimaschutzes und der Bürgerinitiativen."
Auf die Reaktion der A-TEC mit Chef Mirko Kovats müsse nach Abschluss der Prüfung noch gewartet werden. Eine Umplanung hätte ein neues Verfahren zur Folge. "Sollte es von technischer Seite her möglich sein, die Kohlebunker an einem anderen Ort zu errichten, dann heißt es zurück an den Start", so Wegscheider. Ein Umweltverträglichkeitsverfahren sei dann laut Wegscheider notwendig, weil das Kraftwerk nicht in gegebener Form wieder aufgesperrt werden würde.
"Spät, aber doch ist die SPÖ zur Einsicht gedrängt worden, dass das Kovats-Projekt nicht umweltverträglich und zeitgemäß ist - die Region kann auf- und weiteratmen", reagiert Grünen-Landessprecher Werner Kogler. Susanne Unger, Sprecherin von "ÖDK III Nein - Frauenappell", bedankte sich bei Wegscheider für dessen Einsatz. Auch Georg Kürzl, Sprecher von "Zukunft Bezirk Voitsberg", hofft, dass der Bescheid dazu dient, das Kraftwerk zu verhindern, und "dass man in zwei Jahren nicht wieder an derselben Stelle sitzt".
Features
ÖDK III VOITSBERG
ÖDK. Das Kraftwerk gehörte zur Österreichischen Draukraftwerke AG, Schließung 2006.
Steinkohle. 2008 hat der Industrielle Mirko Kovats das Werk gekauft, es sollte auf Steinkohle umgerüstet werden.
UVP. Die zuständige Behörde hat in erster Instanz gegen eine UVP entschieden. Eine Umweltanwältin geht in die Berufung.









