Beim Wecken nicht erschrecken
Tiere nach dem langen Winterschlaf: Manche sind schon putzmunter, andere werden erst langsam wach.
Derzeit blühen schon Veilchen an Wegrändern und Himmelschlüssel auf Wiesen: Vor exakt drei Wochen konnte man aber noch Winterlinge aus dem Schnee leuchten sehen, allerdings auch schon Bienen auf Nahrungssuche beobachten.
In diesem Zusammenhang erinnert Jürgen Puchas, Naturschutzbund-Obmann im Bezirk Voitsberg, daran, in Gärten solche Blumen und Sträucher zu pflanzen, die Bienen etwas bringen und nicht nur der Zierde dienen: "Lagen die Temperaturen im Inneren einer Bienentraube während des Winters noch bei 15 bis 20 Grad, erhöhen sich diese mit Beginn der Eiablage auf mehr als 30 Grad. Das hat zur Folge, dass der Verbrauch des Bienenvolkes innerhalb weniger Tage stark ansteigt", erklärt Puchas zum Nahrungsbedarf der summenden Honiglieferanten.
Aber nicht nur die Bienen sind schon flott unterwegs, auch die Hummeln begeben sich auf Nestsuche und Igel strecken die Nase ebenfalls schon in Richtung Sonne. Sollte das eine oder andere Stacheltier aber noch ein Nickerchen machen, das durchaus noch ein bisschen dauern kann, darf man es nicht abrupt aus dem verlängerten Winterschlaf reißen und durch das Wecken erschrecken: "Die Tiere sind geschwächt, brauchen Wärme", so Puchas.
Uralt
Wenn's um das Futter geht, ist der Igel übrigens nicht sonderlich heikel: Regenwürmer, Käfer, Schnecken, Tausendfüßler, Asseln, Insekten und Spinnen zählen zu seinen bevorzugten Speisen. "Auch Aas verschmäht er nicht, mitunter wird gern etwas pflanzliche Kost genommen", weiß Puchas.
Was den Igel außerdem interessant macht: "Er hat einen ausgezeichneten Geruchs- und einen Gehörsinn, der bis weit in den Ultraschallbereich geht. Außerdem ist er eines der ältesten Säugetiere und existierte bereits in der Kreidezeit, also noch vor den Mammuts", erklärt der Naturschutzbund-Obmann.
Bei den derzeitigen Temperaturen arrangieren Vögel auch ihre Hochzeiten: Grünfinken zwitschern - je öfter sich die Sonne zeigt, umso stärker. Puchas: "Birkenzeisige und Berghänflinge paaren sich, um später nach Norden zu ziehen und dort mit der Brut zu beginnen."








