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Zuletzt aktualisiert: 31.01.2010 um 00:55 UhrKommentare

Den Faden nicht verlieren

Wollig weich ist die Freizeitgestaltung von fünf Frauen aus St. Martin am Wöllmißberg. Sie helfen mit ihrem bestrickenden Hobby Notleidenden.

Früher war St. Martin am Wöllmißberg als "Weberdorf" bekannt. Man besaß sogar ein kaiserliches Patent für dieses Handwerk. In vielen Häuser standen Webstühle und das "Tuschen" der Geräte war bis auf die Straße zu hören. Die Zeit der Weberzunft ist vorbei. Nun scheint St. Martin zum Strick-Dorf zu mutieren. Statt der Webstühle klappern in Haushalten nämlich die Nadeln: Eine Runde von fünf Frauen hat sich unter der Anleitung von Hannelore Spieß zusammengefunden, um Strickwaren für einen guten Zweck herzustellen.

"Mehr als 1100 Socken, Schals, Hauben und Handschuhe haben wir in den vergangenen drei Jahren für diverse Hilfsorganisationen gestrickt", verkündet Spieß mit Stolz und stellt ihre Runde vor. "Mit dabei sind Aloisia Brunner, Herta Krammer, Christl Veit und Elisabeth Ofner", so die Organisatorin. Wobei sich die 85-jährige Aloisia Brunner als besonders fleißige Socken-Strickerin hervorgetan hat. "Für ein Paar brauche ich etwa einen Tag", erzählt die Pensionistin. Sie greift tagsüber, beim Fernsehen und bei Schlaflosigkeit zu den Nadeln. Für Christl Veit zählt, dass man bei dieser Arbeit keinen Druck hat: "Wenn ich nicht so lang Zeit habe, beginne ich kleinere Hauben oder Schals zu stricken, die sind dann schneller fertig."

Für die Beschaffung der Wolle ist Hannelore Spieß zuständig. "Begonnen hat die Strick-Aktion im Jänner 2007", erinnert sich die St. Martinerin. "Damals las ich in der Kleinen Zeitung einen Artikel über Sieglinde Strohmeier aus Frauental, die 400 Strickerinnen betreut und Wollsachen für die ,Südsteirische Rumänienhilfe' organisiert. Sie stellt auch uns Wolle zur Verfügung." Natürlich nehmen auch die fünf Damen aus St. Martin Wollspenden direkt entgegen. "Jede Wolle, ob dick oder dünn, ob ein großer oder kleiner Knäuel, kann verwendet werden", lautet die Bitte. Denn ist ein Faden zu dünn zum Stricken, dreht Hannelore Spieß mittels einer einfachen Maschine mehrere Fäden zu einem dickeren zusammen.

Mehr als zwei Jahre hindurch haben die Fünf aus St. Martin für Kinderheime in Moldawien die Stricknadeln klappern lassen, derzeit wird für Kinder in Temesvar gestrickt. "Wir unterstützen auch die Voitsbergerin Gerda Egger, die Transporte nach Bulgarien und Rumänien zusammenstellt."

KARL MAYER

Reste

Spenden. In fast jedem Haushalt sind Wollreste vorhanden, die nicht mehr benötigt werden. Wenn jemand Wolle oder Geld für den Kauf spenden möchte, kann er sich mit Hannelore Spieß, Tel. (03140) 233, in Verbindung setzten.

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