"Soziale Arbeit ist mehr wert"
Kommt es zu einem Streiktag, sind zahlreiche Behinderte im Bezirk Voitsberg betroffen.

Foto © AP/Sujet
Wenn vorher keine Einigung erzielt wird, ist am 14. Jänner ein steiermarkweiter Protesttag, also ein Art Streik, geplant. Das bedeutet für den Bezirk Voitsberg, dass alle Tageswerkstätten zu sind. Außer es wird eine Schmalspurbetreuung eingerichtet, aber das ist Sache des Arbeitgebers", berichtet Betriebsratsvorsitzende Monika Fließer von der Lebenshilfe Graz und Umgebung-Voitsberg. Sie ist auch Mitverhandlerin des Kollektivvertrags der "Berufsvereinigung der Arbeitgeber für den Gesundheits- und Sozialbereich" auf seiten der Gewerkschaft der Privatangestellten - Druck, Journalismus und Papier.
"Betroffen sind vom Protesttag eine große Anzahl von behinderten Menschen. Aber das ist die einzige Möglichkeit, um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Was Fließer und ihre Mitstreiter so empört, ist der Stand bei den Kollektivvertrags-Verhandlungen: "0,0 bis 0,5 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung für die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sind ein Hohn. Wir halten das für einen Akt der geringen Wertschätzung unserer Arbeit, deshalb kamen viele zu einer Betriebsversammlung nach Söding."
Schweinerei
Soziale Arbeit sei mehr wert und man habe schon genug zur Finanzierung des Behindertenbereiches beigetragen, so Fließer. "Die Stimmung war gedrückt. Zuerst haben alle nur zugehört, dann kam ein Diskussion auf. Viele meinen, das sei eine Schweinerei." Die Gehälter seien schon von Haus aus niedrig und nur wenige hätten in diesem Bereich eine Vollzeitstelle. "Viele Kolleginnen habens schon zwei Jobs, damit sie ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Laut meinen Informationen ist es ein offenes Geheimnis, dass der Behindertenbereich 2010 plus 7,5 Prozent an Tagsatz-Erhöhung vom Land Steiermark bekommen soll. Es ist quasi ein Abschiedsgeschenk von Ex-Landesrat Kurt Flecker. Und da soll sich eine angemessene Gehaltserhöhung nicht ausgehen?"
Noch kann der Streik abgewendet werden: "Wir haben diese Woche eine Betriebsrätekonferenz in Graz. Die nächste Verhandlung in Wien findet am 21. Dezember statt."
Features
Lebenshilfe Graz und Umgebung - Voitsberg
Beschäftigte. Mit mehr als 600 Beschäftigten ist die Lebenshilfe Graz und Umgebung-Voitsberg die größte Lebenshilfe in der Steiermark. Insgesamt gibt es 18 derartige Einrichtungen, die alle eigene Unternehmen sind.
Betreut. Betreut werden Menschen mit Behinderungen in den Bezirken Graz, Graz-Umgebung, Voitsberg und Deutschlandsberg.
Angebot. Wohnhäuser, Tageswerkstätten, Tagesförderstätten, Mobile Dienste und ein Seniorenwohnhaus.









