"No-Go-Areas" - nicht in der Steiermark
Während es laut Sicherheitsdirektion keine "No go"-Areas gibt, bereitet der Vandalismus der heimischen Exekutive Probleme. Grazer Hotspots sind Jakominiplatz, Hauptplatz, Hauptbahnhof, Stadtpark und Volksgarten.

Foto © KLZ Digital/Helmuth WeichselbraunDer Vandalismus bereitet der steirischen Exekutive Kopfzerbrechen
Betont vorsichtig gibt man sich bei steirischen Organisationen und der Sicherheitsbehörde, wenn es um die Nennung möglicher Problemviertel geht. "No-Go-Areas gibt es in der Steiermark jedenfalls keine", so der Sprecher der Sicherheitsdirektion. Geht es um Drogen- und Alkoholmissbrauch vor allem bei Jugendlichen, so lassen sich einige "Szene"-Plätze festmachen - Jakominiplatz, Hauptplatz, Hauptbahnhof, Stadtpark und Volksgarten in Graz - bei denen sich die Frequentierung allerdings immer wieder verlagert.
Ob sich soziale Brennpunkte an bestimmten Vierteln festmachen lassen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Was etwa Drogen- und Alkoholprobleme betreffe, so kämen die Jugendlichen aus der ganzen Steiermark an die genannten Treffpunkte. "Es sind auch junge Menschen dabei, die aus sogenannten gutbürgerlichen Familien kommen und die hineinschnuppern", ebenso wie Kinder und Jugendliche aus Heimen oder Pflegefamilien, eben aus allen Bereichen, so Iris Eder, Fachbereichsleiterin Beratung und Streetwork der Caritas Diözese Graz-Seckau. Der Großteil sei aus Graz, aber auch aus dem Umland und sogar aus anderen Bundesländern.
In Eders Bereich arbeiten 15 Streetworker - acht "Jugendstreeties" und sieben "Drogenstreeties". Eder meint, das Vertrauen der Jugendlichen zu den "Streeties" sei "relativ groß": Im Streetworkbereich in Graz hatte man 2008 etwa 31.000 Kontakte - bei geschätzt 900 "Klienten".
Am Grazer Hauptbahnhof seien hauptsächlich "wohnungslose Menschen" zugange, manchmal "verirren" sich Jugendliche dorthin, so Eder. Ein Treffpunkt für junge Junkies sei auch der "Fischpark" - kein offizieller Name, sondern die Grünfläche mit den Brunnen und Becken über der Rosariumtiefgarage am Opernring, von den Jugendlichen so genannt wegen der wasserspeienden Fischfiguren.
Ganze Bezirke könne man nicht als ausgesprochene Problemviertel bezeichnen, so Max Ulrich, Sprecher der Sicherheitsdirektion Steiermark. Es handle sich eher um einige Straßenzüge. Eine gewisse Häufung von Delikten und Übergriffen gebe es, zumeist, wenn auch eine desolate Wohnsituation vorliege. Daran allein könnten aber entstandene Probleme nicht festgemacht werden, so Ulrich, denn z.B. das Univiertel liege in den Bezirken Geidorf und St. Leonhard.
Beide Stadtbezirke gelten als gutbürgerlich. Dennoch kommt es dort immer wieder zu Problemen, mit betrunkenen Lokalgehern und Nachtschwärmern, die allerdings eher dem studentischen Nachtleben zuzuordnen sind. Ordnungswache und Polizei müssen hier öfters aktiv werden, dennoch gilt die Grazer Unigegend nicht als soziales Problemviertel. Mit diesem Begriff hat Ulrich keine Freude: "Man muss hier sehr aufpassen, um gewisse Viertel nicht zu stigmatisieren. No-Go-Areas gibt es in der Steiermark jedenfalls keine."
In Graz hatte die Triestersiedlung lange einen zweifelhaften Ruf, durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen hat sich die Situation nicht nur optisch verbessert. Probleme gibt es auch in manchen Bezirksstädten wie Voitsberg, Deutschlandsberg, Hartberg, Knittelfeld oder Trofaiach, vor allem mit Vandalismus unter Alkoholeinfluss. In der Bezirkshauptstadt Bruck/Mur kam es in den vergangenen Monaten verstärkt im Bereich Koloman-Wallisch-Platz im Zentrum zu Alkoholmissbrauch, Sachbeschädigungen und Raufhandeln. Der Stadtgemeinde war dies Ende August eine eigene Sondergemeinderatssitzung wert.









