Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 22. August 2014 11:50 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Und plötzlich war ein Loch im Apfelgarten Ein Fest für die ganze Familie Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nachrichten aus Voitsberg und Umgebung Nächster Artikel Und plötzlich war ein Loch im Apfelgarten Ein Fest für die ganze Familie
    Zuletzt aktualisiert: 09.10.2009 um 17:27 UhrKommentare

    Evangelische Kirche: Keine Jagd nach dem Idealbild

    Die evangelische Kirche der Steiermark feiert: Zehn Jahre Superintendent Hermann Miklas und die 100ste Sitzung des Kirchenparlaments.

    Superintendent Hermann Miklas

    Foto © David BauerSuperintendent Hermann Miklas

    Ist die evangelische Kirche der Steiermark so selbstbewusst, dass sie es sich leisten kann, bei der 100sten Superintendentialversammlung mit Jörg-Martin Willnauer einen Kabarettisten als Festredner einzuladen, oder ist sie so niedergeschlagen, dass sie humorvollen Zuspruch braucht?

    HERMANN MIKLAS: Grundsätzlich das Erstere. Wir finden, dass zum Tagungsthema "Freude" ein Kabarettist einen guten Zugang hat. Zudem haben wir es originell gefunden, einmal Vorgaben machen zu lassen - und wir Theologen antworten.

    Selbstbewusstsein setzt ein positives Selbstbild voraus - haben sich die evangelischen Christen nicht lange nur in Abgrenzung von den Katholiken definiert?

    MIKLAS: Es hat seit der Reformation immer ein positives Selbstbild gegeben, nur war in Österreich für die kleine Minderheit der Versuch groß, dieses in Abgrenzung von der großen katholischen Kirche allgemein verständlich zu machen. Mir ist es aber ein besonderes Anliegen, dass wir ökumenische Profile entwickeln. Aber nicht gegeneinander, sondern dass jede Kirche sagt, was ihr wichtig ist - also im Gegenüber zum anderen, aber nicht in Abgrenzung.

    Wo liegen in gesellschaftlichen Fragen die Unterschiede zwischen den beiden großen Kirchen?

    MIKLAS: Etwa in Fragen der Sexualethik, der Verhütung, der Bioethik. Wobei der katholische Zugang in der Regel der ist, sehr deutlich ein Idealbild zu zeichnen und die Realität dagegen auszugrenzen. Wir gehen hingegen auf Grund der Rechtfertigungslehre davon aus, dass es kein ganz schwarz und kein ganz weiß gibt. Dabei ist es so, dass durch jede Entscheidung, die getroffen wird, automatisch ein Teil der ganzen Wahrheit auch ausgeschlossen wird. Uns ist es wichtig, auch diesen ausgeschiedenen Teil im

    Auge zu behalten. Es ist mündiges Christ-Sein, den Menschen die Entscheidung weitgehend frei zu lassen. Auf jeden Fall wollen wir keinen Idealbildern nachjagen.

    Können Sie Ihre Aussage an einem Beispiel präzisieren?

    MIKLAS: Man kann der Meinung sein - darüber kann man freilich streiten - Mütter gehören zu ihren Kindern. Wir aber sagen, dass es auf jeden Fall die Realität ist, dass viele Mütter arbeiten müssen - und wir wollen Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen dafür stimmen.

    Ihre Kirche besteht aus zwei starken Flügeln, dem liberalen und dem evangelikalen. Wie bringen Sie beide - zum Beispiel an der Diskussion über Homosexualität - unter einen Hut?

    MIKLAS: Diese Frage hat uns tatsächlich in einer 15-jährigen Diskussion beinahe an den Rand gebracht. Trotzdem ist es uns gelungen, einen Konsens zu finden. Wichtig war es beiden Seiten, so lange im Gespräch zu bleiben, bis man sich auf ein Vorgehen einigt. Der Konsens heute lautet: Keinesfalls diskriminieren, aber auch keine Segenshandlung, die mit einer Trauung verwechselbar ist.

    Sie sind als Superintendent auf 12 Jahre gewählt. Werden Sie in zwei Jahren erneut kandidieren?

    MIKLAS: Das werde ich Sie in einem Jahr wissen lassen.

    INTERVIEW: WOLFGANG SOTILL


    Rechtfertigungslehre

    Die wichtigste Erkenntnis der Reformation ist die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders vor Gott, die nicht auf Grund von rechtem Tun des Menschen, sondern allein aus dem Glauben, gemäß des Römerbriefs, geschieht: "Die Gerechtigkeit Gottes kommt durch den Glauben an Jesus Christus." Der Mensch kann sich vor Gott also nichts verdienen, um die durch die Sünde gestörte Beziehung zu kitten. Diese wird allein von Gott wiederhergestellt, wenn er sich dem Menschen in Gnade zuwendet. Die guten Werke sind die Folge des Glaubens.

    Kirche in Zahlen

    Die Evangelische Diözese A. B. und H. B. in der Steiermark umfasst rund 44.000 Gläubige. Die stärksten Gemeinden befinden sich mit Schladming (4062 Mitglieder), der Ramsau (2250) und Gröbming (1620) im Ennstal. Die kleinsten Gemeinden sind Eisenerz (223), Bad Radkersburg (330) Feldbach und Hartberg (je ca. 530). Betreut werden die evangelischen Christen in 33 Pfarrgemeinden und fünf Tochtergemeinden von 41 Pfarrern, von denen 13 Frauen sind. Auf Grund der Nachwuchssorgen ist die Kirchenleitung dazu übergegangen, Pfarrverbände zu schaffen.

    Das Parlament tagt

    Die evangelische Kirche ist nicht hierarchisch, sondern demokratisch verfasst. Ihr Parlament, die Superintendentialversammlung, tagt zwei Mal im Jahr und legt die großen Linien der Diözese fest. Dieser Versammlung, die heute in Leoben zum hundertsten Mal tagt, stehen gleichberechtigt der Superintendent Hermann Miklas und die Superintendentialkuratorin Evi Lintner vor. Sie vertritt die Laien.

    Zur Person

    Hermann Miklas, geb. 26. 4. 1953 in Graz, verheiratet, ein Sohn.

    Werdegang: Theologiestudium; Ordination 1979. Pfarrer in Voitsberg und Wien; Superintendent seit 1999, Obmann des theol. Ausschusses.

    Mehr Nachrichten aus der Umgebung

    Mehr aus dem Web

      Gemeindewetter

      • Freitag, 22. August 2014
        • Min: 10°C
        • Max: 22°C
        • Nsw.: 40%
        Bewölkt
      • Samstag, 23. August 2014
        • Min: 9°C
        • Max: 21°C
        • Nsw.: 55%
        Gewitter
      • Sonntag, 24. August 2014
        • Min: 11°C
        • Max: 19°C
        • Nsw.: 55%
        Regenschauer
      Dreitagesprognose aufs Handy!
      SMS mit WETTER 8570 an 0900 872 872. 0,30 €/SMS


      Babys aus der Gemeinde

      Hochzeiten/Jubiläen

      Leserfotos aus der Gemeinde

      Treten Sie mit uns in Kontakt!

       
       
      Sie haben auch eine Meldung? Werden Sie Leser-Reporter und schicken Sie uns Ihre Texte!
       

      Wallpaper

       

      Todesanzeigen

      Todesanzeigen aller steirischen Bezirke.



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!