Das Übel mit der Wurzel ausreißen
Erstmals wurde das Traubenkraut auch in der Weststeiermark entdeckt. Der "Pflanzenexot" kann sich in Saatgut befinden und allergische Reaktionen hervorrufen.

Foto © LenhardKanadische Goldrute
Im Bezirk Voitsberg werden aus dem Ausland eingeschleppte Pflanzen immer mehr zum Problem. Um die Verdrängung der heimischen Artenvielfalt zu verhindern, müssen die "Exoten" entfernt werden.
Im Fall des Traubenkrauts wurde in der Steiermark sogar schon der Bescheid erlassen, die Gemeinden darüber zu informieren und Vorkommen zu melden. "Da dieses Kraut hochallergen ist, stellt es für die Bevölkerung ein wirkliches Gesundheitsrisiko dar. Diese Maßnahme wurde vor allem in Teilen der Süd- und Oststeiermark getroffen", erklärt Arno Mayer von der steirischen Landwirtschaftskammer. Und sein Kollege Peter Klug fügt hinzu: "Oft sind Vogelfutter damit verunreinigt. In der Weststeiermark wurde das Traubenkraut in Stainz entdeckt." In Bezug auf
das Drüsige Springkraut erhofft sich Arnold Heidtmann, Bezirksleiter der Berg- und Naturwacht, eine ähnliche Regelung: "Diesbezüglich hat es schon Gespräche mit Vertretern der Landwirtschaftskammer gegeben. Denn das Springkraut verbreitet sich im Bezirk Voitsberg explosionsartig." Noch gibt es für dieses Unkraut aber keine gesetzliche Vorschreibung, es entfernen zu müssen.
Im Rahmen von so genannten "Ausrupf-Aktionen" haben die Berg- und Naturwacht, die Feuerwehren, Bewohner, Gemeindebedienstete und Schüler im Frühling versucht, des Problems Herr zu werden. Das Engagement der Bevölkerung war aber nicht immer so groß. "Anfangs haben viele nicht verstanden, warum wir die ,schönen Blumen' ausreißen. Da mussten wir viel Aufklärungsarbeit leisten", erinnert sich Heidtmann. Auch die Kritik seitens der Imker hat abgenommen. "Denn der Bienenbestand ist ebenso gefährdet, wenn die heimischen Pflanzen verschwinden", erläutert Heidtmann. Das Springkraut ist hauptsächlich entlang der Uferbereiche zu finden. "Durch das Hochwasser wurden einige Pflanzen vernichtet", weiß Heidtmann.
Exoten
Drei weitere importierte Pflanzen bereiten dem Berg- und Naturwächter Kopfzerbrechen: Die Kanadische Goldrute, die Bärenklaue und der Japanische Knöterich. "Auch diese ,Exoten' verdrängen unsere heimischen Blumen. Die Mithilfe der Landwirte wäre daher sehr wichtig, denn allein haben wir keine Chance", betont Heidtmann.
Hans-Jürgen Reinprecht, Kammersekretär der Landwirtschaftskammer Voitsberg, kennt die negativen Auswirkungen und möchte die Aktionen der Berg- und Naturwacht unterstützen: "Das Springkraut ist ein allgemeines Problem. Dadurch kann es zu Beschattung und Nährstoffentzug kommen. In den Äckern und Wiesen ist es zwar noch nicht verbreitet, aber natürlich arbeiten wir auch dagegen an."







