Neu: Sozialarbeit an steirischen Schulen
Ab Herbst finanziert das Land zehn Schulsozialarbeiter und rund 50 zusätzliche Beratungslehrer - Hilfe für die Lehrer, indem mit Schülern und Eltern direkt vor Ort gearbeitet wird.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauBildungslandesrätin Bettina Vollath ruft nun ein Pilotprojekt ins Leben: 550.000 Euro pro Jahr stellt das Land zur Verfügung, um damit 10 Schulsozialarbeiter fest an bestimmten Schulen zu verankern
Eine Klage ist immer wieder von den Lehrern zu hören: Wenn es im Verhalten Probleme mit Schülern gibt, sind sie mit ihrem Latein am Ende. Bei sozialen Problemen, massiven Konflikten, extremen Verhaltensauffälligkeiten nützen die besten Unterrichtsmethoden nichts, weil die Botschaft nicht ankommt bei den Kindern.
Bildungslandesrätin Bettina Vollath ruft nun ein Pilotprojekt ins Leben: 550.000 Euro pro Jahr stellt das Land zur Verfügung, um damit 10 Schulsozialarbeiter fest an bestimmten Schulen zu verankern. Das Paket wird am 14. September in die erste Regierungssitzung nach dem Sommer eingebracht. Danach werden die Leute eingestellt und vorbereitet. Ab November wird in den Schulen konkret gearbeitet werden.
Die Schulsozialarbeiter werden für alle Schüler des Bezirks per Mobiltelefon und e-mail erreichbar sein. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit sollen sie für Einzelberatung und Einzelfallhilfe aufwenden, ein Drittel für Gruppenangebote, Projektarbeit und Krisenintervention, und ein Drittel für Dokumentation Teamsitzungen, Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung.
Zusätzlich gibt es rund 50 zusätzliche Dienstposten für Beratungs-, Vertrauenslehrerinnen und Verhaltenspädagogen. Weitere 90 Dienstposten für Beratungslehrer und sonderpädagogische Unterstützung wurden ja dem Bund im Wege des Finanzausgleichs abgetrotzt.
Eine Befragung liefert die Entscheidungsgrundlagen für den Einsatz der Ressourcen. Für die schulfesten Sozialarbeiter wurden die Bezirke Graz, Bruck an der Mur, Voitsberg, Hartberg und Judenburg ausgewählt. Vorbild ist Graz, wo es diese Schulsozialarbeit bereits gibt, die nun erweitert wird. Dort sind es jeweils eine Stammhauptschule, eine zweite Hauptschule und eine Volksschule, die von einem Zweierteam betreut werden. Träger sind Caritas und ISOP, aber es ist eine intensive Verschränkung mit der Bezirkshauptmannschaft vorgesehen.
Welche Schulen welches Form der Unterstützung brauchen, entscheiden im Schulbezirk jeweils die Steuerungsgruppen, in denen der Bezirkshauptmann, die Bezirksschulinspektoren, die Schuldirektoren und die Leiter der Sonderpädagogischen Zentren sitzen. Entscheidend ist, dass Beratungslehrer, Jugendwohlfahrt und Schulpsychologen ihre Angebote vernetzen. Man lernte dabei durchaus auch aus den Anfangsschwierigkeiten in Graz.
Vollath ist es besonders wichtig, dass das Projekt auch wissenschaftlich evaluiert wird, um es jederzeit an die tatsächlichen Bedürfnisse anpassen zu können.







