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Zuletzt aktualisiert: 23.08.2009 um 22:49 UhrKommentare

"Diese Feier hätte keiner überlebt"

Während rund 70 Hochzeitsgäste in der Kirche festsaßen, walzte eine Flutwelle die Hochzeitstafel nieder. Das Gasthaus Grabenmühle wurde schwer beschädigt.

Es ist paradox: Die Regengüsse, die Samstag Nachmittag im Raum Köflach/Maria Lankowitz eine Katastrophe verursachten, retteten eine Hochzeitsgesellschaft. Rund 70 Gäste saßen wegen des Unwetters in der Kirche fest, als Mengen von Wasser, Schlamm und Geröll durch das Gasthaus Grabenmühle bei Maria Lankowitz donnerten. Die Tafel im großen Festsaal war bereits gedeckt, die Gäste sollten schon anwesend sein.

"Diese Hochzeitsgäste hatten unbeschreibliches Glück", bemerkte am Sonntag ein Feuerwehrmann, während der Aufräumungsarbeiten. "Diese Feier hätte von den Hochzeitsgästen wohl niemand überlebt." Der Raum war fast bis zur Decke überflutet.

"Es ist alles so schnell gegangen", erzählte ein Gemeindearbeiter. Einige Gäste (siehe Bericht rechts) konnten sich buchstäblich in letzter Sekunde ins Freie retten. Sieben weitere Personen, darunter auch Angehörige der Gastwirtefamilie, mussten sich vom ersten Stock abseilen, ehe sie sich beim Nachbarn in Sicherheit bringen konnten.

Unbeschreibliche Gewalt

Hinter dem bekannten Wirtshaus fließt ein Gebirgsbach in die Gößnitz. Binnen kurzer Zeit regnete es so stark, dass die beiden Bäche aus den Ufern traten und eine gewaltige Mure auslösten. Mit unbeschreiblicher Gewalt schoss die Flutwelle mit der Schlammlawine durch das Gasthaus. Auch die Küche und die Gastzimmer wurden zerstört. Feuerwehrmänner, Gemeindebedienstete und dutzende freiwillige Helfer waren am Sonntag mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Vor dem Lokal türmt sich Geröll über Geröll. Ein Holzpavillon wurde regelrecht begraben. Nur noch das Dach ist zu sehen.

Insgesamt sieben Fahrzeuge wurden vom Gasthaus-Parkplatz gespült. Hunderte Meter wurden die Autos mitgerissen. Übrig blieb davon nur noch Schrott.

Der Raum Köflach/Maria Lankowitz wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Feuerwehren aus dem ganzen Bezirk wurden zu den Unglücksstellen beordert. Pressesprecher Thomas Meier zur Kleinen Zeitung: "Wir sind mit 22 Feuerwehren und insgesamt 300 Mann im Einsatz." Bezirksfeuerwehrkommandant Engelbert Huber befand sich auf der Fahrt in den Urlaub. Als man ihn über das Ausmaß der Unwetter informierte, fuhr er nach Voitsberg zurück, um die Einsatzleitung zu übernehmen: "Das ist schon die zweite große Katastrophe seit dem Sturm, die den Bezirk Voitsberg traf."

Auch im Süden der Steiermark richteten schwere Unwetter große Schäden an. Allein im Bezirk Leibnitz verhinderten 15 Feuerwehren mit rund 300 Mann bei 150 Einsätzen das Schlimmste.

HANS BREITEGGER

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