Unwetter: Eine Tote in Köflach
Wieder wüteten in der Steiermark schwere Unwetter: Im Bezirk Voitsberg ertrank eine Frau, mehrere Pkw wurden von den Fluten erfasst. In Judenburg, um Graz und im Süden gab es Überschwemmungen.

Foto © LR Gisela SchlackÜberschwemmungen im Raum Graz Umgebung
Wie ein reißender Bach drangen die Wassermassen während des schweren Gewitters Samstag Nachmittag in der Weststeiermark in ein Haus in Edelschrott ein. Anneliese D. (61) und ihr Sohn Werner D. wurden von den Fluten mitgerissen - die Frau ertrank. Die Familie wollte die Kühltruhe im Keller vor den Wassermassen in Sicherheit bringen. Dabei wurden die Frau aus Köflach und ihr Sohn von den Fluten erfasst. Vater Hans-Peter D. konnte seinen Sohn noch retten, die Frau ertrank hilflos in den reißenden Fluten.
"Aufgrund der Überschwemmungen war es nicht möglich, zum Unglücksort vorzudringen", erklärt Manfred Pölzl, Einsatzleiter des Roten Kreuzes, die schwierigen Einsatz. Die Kriseninterventionsteams des Landes Steiermark und des Roten Kreuzes wurden angefordert. Im selben Wohnhaus waren weitere Personen von den Wassermassen eingeschlossen. Sie konnten sich zwar selbst retten, mussten aber mehrere Stunden ausharren, bis sie von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht wurden.
Das Gewitter, das im Bezirk Voitsberg besonders heftig wütete, führte zu Überflutungen, Murenabgängen und Straßensperren. In mehreren Gemeinden um Köflach wurde der Katastrophenalarm ausgerufen. Laut Augenzeugen war der Lankowitzbach bis zu drei Meter über die Ufer getreten, auch Gößnitz und Teigitsch gingen über, Brücken wurden mitgerissen. Die B 95, Turracher Straße, war bei Predlitz/Turrach durch eine Mure verschüttet. In der Nacht konnte die Straße wieder frei geräumt werden.
Autos vom Wasser erfasst
Das Gasthaus Teigitschmühle war von den Überflutungen massiv betroffen. Dort wurden bis zu 13 Autos von den Wassermassen mitgerissen, zwei Personen mussten notärztlich versorgt werden. Ein Wagen war noch in der Früh nicht auffindbar. Köflachs Bürgermeister Wilhelm Zagler machte sich umgehend ein Bild von den Verwüstungen: "Es ist furchtbar, wir werden helfen wo wir können." Seine Stellvertreterin Maria Hutter war selbst vom Hochwasser betroffen. Beim Versuch, Nachbarn zu helfen, rutschte sie aus und verletzte sich an der Hand. Alle Feuerwehren im Bezirk Voitsberg waren im Einsatz, drei Notärzte und 20 Sanitäter des Roten Kreuzes rückten aus.
Das Unwetter zog am Abend in Richtung Südosten weiter. Rund 15 Feuerwehren waren mit 200 Mann vor allem um die Gemeinden Großklein, Wettmannstätten, Gamlitz, Ratsch und Leutschach im Einsatz, wo Häuser abgedeckt, Keller und Straßen überflutet wurden.
Bereits am Nachmittag war das Unwetter über den Norden des Bezirkes Graz-Umgebung gezogen, Landes- und Gemeindestraßen mussten nach Murenabgängen gesperrt werden. Im Arzwaldgraben bei Deutschfeistritz wurde ein Urlauber aus Kapfenberg von der Feuerwehr gerettet. Rund um sein Haus waren mehrere Muren abgegangen. Auch im Raum St. Georgen ob Judenburg und Unzmarkt, wo am Freitagabend ein Unwetter niedergegangen war, blieb die Situation angespannt. Schlamm und Geröll hatten die Friesacher Bundesstraße (B 317) stundenlang blockiert, sieben Autos waren eingeschlossen, die Insassen wurden von der Feuerwehr geborgen. Die Aufräumarbeiten dauerten am Abend noch an.












