Lösegeld für den Bau der Burg
Die wichtige Straßenverbindung zwischen Graz und Judenburg war der Grund für den Bau: Die Festung Ober-Voitsberg ist im Jahr 1170 von einem Dürnsteiner errichtet worden.

Foto © Kleine Zeitung/Karl Mayer
Ziemlich umstritten war die Gründung der Festung Ober-Voitsberg, deren Ruine heute noch das Bild der Stadt beherrscht. Herzog Heinrich III. von Kärnten schenkte das ganze Voitsberger Gebiet - mit den Kirchen von Piber und St. Margarethen sowie dem Stadelhof Zedernica - im Jahre 1103 dem Stift St. Lambrecht. Der Landesfürst wollte aber die wichtige Straße von Graz nach Judenburg nicht in fremder Hand wissen und veranlasste den zu Voitsberg sitzenden Dienstmann des Stiftes namens Gottfried von Dürnstein, eine Burg zu bauen. Das ist um 1170 geschehen.
Ausbau. Die Babenberger Herzöge Leopold V. und VI. setzten den Ausbau der Anlage fort und errichteten planmäßig die Stadt Voitsberg. Sie dürften dafür einen Teil des Lösegeldes, das Leopold V. für die Freilassung des englischen Königs Richard Löwenherz erhalten hatte, verwendet haben. Immerhin bekam der Babenberger zwölf Tonnen Silber, was einem ganzen Jahreseinkommen der englischen Krone entsprach.
Babenberger. Mit dem Tod Friedrich des Streitbaren 1246 endete die Herrschaft der Babenberger. Und eine Nichte Friedrichs, Gertrude von Mödling - die letzte Babenbergerin - wurde Besitzerin von Obervoitsberg. Sie wohnte abwechselnd in Judenburg und Voitsberg, bevor sie sich entschloss, in einem Kloster zu leben.
Festnahme und Hinrichtung. Weitere Lehensnehmer und Besitzer der Burg waren in der Folge die Hanauer sowie die Greißenegger. Als Andreas von Greißenegg 1471 in Graz trotz zugesagtem freien Geleits festgenommen und hingerichtet wurde, hat Kaiser Friedrich III. seine Güter und somit auch Obervoitsberg eingezogen.
Wehranlage. Die Ungarn, die 1480 mordend und brandschatzend durch das ganze Kainachtal zogen, konnten weder die Burg noch die Stadt Voitsberg einnehmen. Denn die imposante Wehranlage bildete mit der Stadt eine festungstechnische Einheit.
Abriss. Die Besitzer wechselten im Laufe der Jahrhunderte, bis die Burg im Jahre 1877 als Konkursmasse an die GKB (Graz- Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft) ging. Diese ließ im Jahr 1802 die Mauern zum größten Teil niederreißen und die Brunnen zuschütten, weil sich Gesindel, das die Bevölkerung terrorisierte, im ehemals stolzen Schloss eingenistet hatte.
Spielstätte. Seit 1910 ist die Burgruine Obervoitsberg im Besitz der Stadt. Sie dient heute als Spielstätte für die Voitsberger Burghofspiele sowie als beliebtes Ausflugsziel.








