"Grüner Strom statt der rauchenden Schlote"
Der Voitsberger VP-Vizebürgermeister Walter Gaich bringt alternative Vorschläge für das Kraftwerk in Voitsberg und sammelt Unterschriften gegen eine Umrüstung auf Steinkohle und Biomasse.

Foto © Andrea KratzerWalter Gaich
Ich will nur verhindern, dass Voitsberg eine schlechtere Luftqualität bekommt, wenn das Kraftwerk wieder in Betrieb benommen wird. Ich möchte aber festhalten, dass ich nichts gegen den neuen Eigentümer Mirko Kovats habe. Es ist sein gutes Recht, dass er das Werk gekauft hat", meint der Voitsberger ÖVP-Vizebürgermeister Walter Gaich. Es sei seiner Meinung nach auch kein Fehler, dass die alten Werke ÖDK I und II demnächst abgerissen werden. Sorgen bereitet Gaich jedoch die beabsichtigte Umrüstung des Betriebes auf Steinkohle und Biomasse. "Bei Befeuerung mit Steinkohle müssten bis zu 80 Güterwaggons täglich angeliefert werden. Und bei Biomasse ist die Frage, was der neue Eigentümer darunter versteht. Es können keinesfalls belastete Altholz- oder Spanplatten als Heizmaterial geduldet werden", stellt Gaich unmissverständlich klar.
Gegenvorschlag. Sein Gegenvorschlag lautet: "Grüner Strom statt rauchender Schlote. Man könnte die Türme und Gebäude mit Photovoltaikzellen verkleiden und grünen Strom erzeugen." Zudem wäre es möglich, Solarzellen zur Heißwasserzeugung für die Fernwärme anzubringen. "Das Heizwerk zur Einspeisung liegt unmittelbar daneben. Bei Sonnenschein muss das Heizwerk nicht mit Gas laufen. Es wäre auch eine Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge möglich", schlägt der Vizebürgermeister vor. Technisch seien seine Vorschläge umsetzbar, allerdings koste das viel Geld und amortisiere sich nicht von einem Tag auf den anderen.
Weniger abhängig. "Wir wären weniger abhängig vom Gas und hätten keine Rauchgasentwicklung, was sich positiv auf den Tourismus auswirken würde und auch 30 bis 50 Arbeitsplätze bringt", glaubt Gaich. Und setzt noch nach: "Man könnte auch ein Kompetenzzentrum zum Thema Grüne Energie integrieren." Dass Kovats seine eigenen Pläne, die derzeit noch in Ausarbeitung sind, mit dem Kraftwerk verfolgt, ist Gaich klar. Er wolle nur mögliche Alternativen aufzeigen.
Unabhängig davon wurden von Gaich schon eine Menge Unterschriften gegen den Weiterbetrieb mit Steinkohle und Biomasse gesammelt. "Die genaue Anzahl kenne ich nicht, weil noch viele Listen unterwegs sind. Aber es sind sehr viele. Manche Bewohner haben sogar gedroht, ab zu siedeln, wenn sich die Pläne nicht ändern."







