Süchtig nach dem Glück im Spiel
Karten reizten ihn nur kurz, sie waren sozusagen seine "Einstiegsdroge": Ein Voitsberger versuchte sein Glück bei Automaten. Innerhalb weniger Monate hat der Angestellte rund 35.000 Euro verspielt.

Foto © APDer Traum vom schnellen Geld führt viele in die Spielsucht
Es war "irgendwie ein schleichender Einstieg, es ist kurz zuvor überhaupt nichts Besonderes passiert", meint der Voitsberger zu seiner Spielsucht. "Zu Beginn habe ich nur ein paar Mal um Geld Karten gespielt. Die 260 Euro, die ich dabei gewonnen habe, wurden von mir - nur so aus Jux - in einen Automaten gesteckt. 600 Euro Gewinn waren es kurze Zeit später unterm Strich", so der Angestellte. "Das hat schon auch etwas mit dem Traum vom schnellen Geld zu tun gehabt, für das man nicht arbeiten muss, das einem so mir nix, dir nix in den Schoß fällt."
Finanzielles Dilemma. Was so unspektakulär begann, endete jedoch in einem finanziellen Dilemma. "Nach vier Jahren hatte ich mein gesamtes Erspartes verspielt, schon binnen weniger Monate waren 35.000 Euro weg - auf Nimmerwiedersehen." Es ist dem Mann sogar gelungen, 4000 Euro in einer einzigen Nacht auf den Kopf zu hauen. "Ich stand bei einem Automaten, spielte aber auch noch bei einem zweiten." Während dieser Zeit habe ihn sonst nichts interessiert. "Die Frage war nur: Wo sperrt morgens ein Lokal auf, in dem ich vor Arbeitsbeginn spielen und meine Verluste wettmachen kann?"
Gehalt. "Manchmal war am Monatsersten schon mein ganzes Gehalt weg und das Konto verständlicherweise grausam überzogen", erinnert sich der Mann "an die schlimmste Zeit meines Lebens". Ihm sei bei dem ganzen Elend aber etwas erspart geblieben, was für andere Spieler fast selbstverständlich sei: "Ich habe nie Schulden gemacht, nie von Familienangehörigen oder von Freunden Geld geborgt. Dafür bin ich meinem Schicksal aufrichtig dankbar."
Unglück. Auf ihn würde das Sprichwort vom Pech in der Liebe nicht zutreffen, meint der 42-jährige Vater zweier Töchter: "Mein Unglück im Spiel hatte nichts mit der Trennung von meiner Gattin zu tun, die Scheidung liegt nämlich schon fast zehn Jahre zurück. Mit dem Spielen habe ich aber erst 2004 angefangen", so der Voitsberger.
Selbsthilfegruppe. Mittlerweile sei ihm "endlich klar, dass ich spielsüchtig bin. Das ist eine Sucht wie jede andere", weiß der 42-Jährige. Ihm sei es gelungen, von heute auf morgen mit dem Spielen aufzuhören. "Ich gehöre jetzt einer Selbsthilfegruppe an und kann dort über meine Probleme sprechen." Außerdem meide er Lokale, in denen Automaten verlockend blinken und er hat sich auch einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut. "Für mich war wichtig, einen scharfen Schnitt zu machen. Ich wollte auch nicht mehr mit Leuten beisammen sein, die mich als Glücksspieler kennen und mich immer wieder an meine Sucht erinnern."
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Anmeldung. Spieler oder deren Angehörige haben die Möglichkeit, sich beraten zu lassen, um die Sucht in den Griff zu bekommen: In Voitsberg stehen BAS-Mitarbeiter (Betrifft Abhängigkeit und Sucht) jeweils montags in der Zeit von 9 bis 16 Uhr für Informationen und Beratungen zur Verfügung. Anmeldungen unter Tel. (03142) 26 750 sind allerdings unbedingt erforderlich.







