Spanische Hofreitschule: "Piber bleibt Lipizzaner-Zuchtstandort"
Schön langsam gehen die Gerüchte über eine Verlegung des Gestüts in Piber auf keine "Kuhhaut" mehr. Elisabeth Gürtler will hingegen investieren und den Schlosshof für Veranstaltungen überdachen.

Foto © APA"Piber wird auch in den nächsten hundert Jahren Zuchtstandort sein", so Geschäftsführer Klissenbauer
Für helle Aufregung in der Region sorgten am Donnerstag neue Gerüchte über eine schleichende Schließung beziehungsweise Ausdünnung des Bundesgestüts Piber. Bekanntlich bestehen derartige Befürchtungen bereits seit mehreren Jahren - wir berichteten ausführlich. Deshalb war es sogar zu einem Beschluss im Parlament gekommen, wonach der Zuchtbetrieb in der weststeirischen Kinderstube gesetzlich gesichert ist.
Geschlossener Widerstand. "Die Reaktion von Elisabeth Gürtler auf diese Gerüchte ist für mich alles andere als beruhigend. Es wurde in Aussicht gestellt, verstärkt Pferde aus Piber abzuziehen und die für das Publikum attraktive Grundausbildung zunehmend an andere Standorte zu verlagern", so Grossmann. Diesmal sei vom niederösterreichischen Schloss Hof die Rede, das defizitär sei und zusätzliche Einnahmequellen benötige. "Die Niederösterreich-Lobby hat schon einmal ein Auge auf die Lipizzanerzucht geworfen, konnte aber durch den geschlossenen Widerstand in die Schranken gewiesen werden. Auch diesmal ist mit massivem Widerstand zu rechnen", droht Grossmann.
Reaktion. "Das ist völliger Unfug. Man kann sich nur noch wundern, woher diese Gerüchte kommen, die dem Gestüt Piber und der Region mehr schaden als nutzen", lautet die unmissverständliche Reaktion aus dem Büro des künftigen Vizekanzlers Josef Pröll.
Gerüchte dementiert. Elisabeth Gürtler, Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule, dementiert ebenso heftig: "Es ist in keiner Weise an eine Schließung von Piber gedacht. Im Gegenteil: Wir brauchen das Gestüt, weil sich keine andere Gegend in Österreich mit dem harten Boden und der Gebirgsluft auf der Alm derart für die Zucht der Lipizzaner eignet." Sie komme aus dem Staunen nicht heraus, sie stehe zu Piber und wisse nicht, warum es immer wieder solche Gerüchte gebe. "Wir brauchen ein zusätzliches Trainingszentrum für Wien und werden vielleicht Lainz reaktivieren, aber nicht ins Schloss Hof gehen, weil das zu weit von Wien entfernt ist", so Gürtler.
Leihpferde im Stall. Die Verbindung zu Schloss Hof im Marchfeld, das im Besitz des Wirtschaftsministeriums sei, bestehe darin, dass man Shop-Artikel austausche und gegenseitig verkaufe. "Außerdem haben wir dort Leihpferde im Stall stehen." Über diese Kooperationen werde Max Dobretsberger, Gestütsleiter in Piber, Anfang Dezember bei einem Termin in Schloss Hof verhandeln.
Grundausbildung. Zur Verlegung der Grundausbildung der Lipizzaner: "Die Hengste, die mit drei Jahren in die Spanische kommen, wurden nie in Piber ausgebildet, sondern immer in Wien. Die Ausbildung der Stuten bleibt unverändert in Piber." Noch eine gute Nachricht von Gürtler: "Wir beabsichtigen sogar den Schlosshof in Piber für Veranstaltungen zu überdachen. Es ist nur eine Frage der Finanzierung und des Denkmalschutzes."
Features
Fakten
Derzeit gibt es in Piber rund 250 Lipizzaner. Pro Jahr werden rund 50 Fohlen geboren, davon sind etwa die Hälfte männlich. Im Alter von vier Jahren erfolgt die Auswahl, welche Hengste nach Wien zur Ausbildung kommen. Bisher waren das rund fünf Pferde pro Jahrgang, aufgrund der hohen Qualität sollen es in Zukunft mehr sein. Auch bei den Stuten verbleibt ein Teil in der Zucht, der Rest kommt mit den Hengsten in den Verkauf.









