Marsch in politische Funktionen in Wien
Postenkarussell lässt auch Steirer zu Konkurrenten von Steirern werden.

Foto © APADie Grazerin Heidrun Silhavy wird als Übergangs-Frauenministerin in die Geschichte eingehen
Wer jetzt noch nicht die Nase vorn hat im Rennen um Ämter und Funktionen, der hat nichts mehr zu gewinnen in Wien. Einer, der es offenbar geschafft hat, ist der Nationalratsabgeordnete Günther Kräuter aus Gratkorn. Der Rechnungshofsprecher gilt als nicht beliebt, aber effizient: Er schwenkte so rasch in die Spur des neuen Vorsitzenden Werner Faymann ein, dass er innerhalb weniger Monate schon als "Vertrauter" gilt und jetzt das Zentralsekretariat übernehmen soll. Nicht die Aussicht auf diesen Schleuderstuhl dürfte Kräuter dabei motivieren, sondern die Hoffnung, als Folge einer guten Performance in die Regierung aufzusteigen. Bei Vorgängerin Doris Bures, die schon Frauenministerin war und der jetzt die Verkehrsagenden winken, hat's geklappt.
Steirische Favoritin.
Die Grazerin Heidrun Silhavy wird als Übergangs-Frauenministerin in die Geschichte eingehen. Sie ist fleißig, aber nicht medienwirksam. Dass sie ausgerechnet von einer anderen Steirerin, Andrea Grossmann, ausgebremst wurde als steirische Favoritin für dieses Amt, ist ungewöhnlich. Vielleicht haben aber ohnehin beide das Nachsehen im Match gegen eine Konkurrentin aus Niederösterreich. Falls Grossmann, wohnhaft in Edelschrott bei Voitsberg, aber doch zum Zug kommt, ergibt sich damit, dass zwei Leute aus demselben Wahlkreis (Graz-Umgebung und Voitsberg) die rote Speerspitze in Wien bilden.
Landwirtschaftsminister.
Stolz dürfte der Obersteirer Fritz Grillitsch sein, dass er in Wiener Medien als Kandidat für das Amt des Landwirtschaftsministers gehandelt wird. Die Realverfassung der ÖVP-Agrarier bremst die Erwartungen allerdings - und dabei kommt den Steirern schon wieder Niederösterreich ins Gehege. Derzeit sind mit Grillitsch als Chef des Bauernbundes und Gerhard Wlodkowski an der Spitze der Landwirtschaftskammer Österreich nämlich zwei Steirer prominent vertreten. Wo der wahre Einfluss wohnt, im Landwirtschaftsministerium, sollte daher ein Vertrauensmann der niederösterreichischen Getreidebauern sitzen, die im Bauernbund ein Drittel der Mitglieder stellen. Vielleicht entschließt sich ÖVP-Chef Josef Pröll aber auch dazu, ein Signal an die Umwelt zu senden - als oberster Bauer kann auch der Vizekanzler selber gelten.
Familienministerin.
Genannt in Wien wird neben Beatrix Karl als Justizministerin auch die steirische ÖVP-Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder, und zwar als Familienministerin. Ob sich Reinhold Lopatka als Staatssekretär in Wien halten kann, steht in den Sternen.








