Obersteirer im Kampf um FPÖ-Bundesratsmandat
Neuer FPÖ-Mandatar sah sich "neutral" gegenüber dem Nationalsozialismus, distanzierte sich dann aber doch.

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Einigermaßen spannend ging es Dienstagabend bei der Vorstandssitzung der steirischen Freiheitlichen zu. Zwar gab es vor allem den Wahlerfolg vom Sonntag nachzufeien, aber es stand auch eine Personalentscheidung auf dem Programm. Ursprünglich war beschlossen worden, dass Hans Hermann Zirnitzer, der Chef der freiheitlichen Senioren, ein Mandat bekommen sollte. Und zwar jenes Bundesratsmandat, das man am Sonntag von der SPÖ erobert hatte. Tragischerweise ist Zirnitzer zwei Wochen vor der Landtagswahl verstorben.
Also gab es am Dienstag ein Mandat zu vergeben, und mehrere Kandidaten und Wahlkreise wollten es haben. Als Favorit ging der Leobener Spitzenkandidat Gerd Krusche ins Rennen, fehlen doch im Wahlkreis Obersteiermark nur 1800 Stimmen (ohne Briefwahlstimmen) auf das zweite Grundmandat. Dieses wäre an Krusche gegangen. Ebenfalls ein Auge auf das Mandat im Bundesrat warfen der frühere Abgeordnete Hermann Reindl (in Wahlkreis Ost aber nur auf Platz 19) sowie ein AUF-Funktionär aus Graz-Umgebung, der Polizist Franz Maierhofer. Der Bezirk ist allerdings bereits durch Peter Samt im Landtag vertreten.
Ein "ernstes Wort" wechselte Parteichef Gerhard Kurzmann am Rande der Sitzung mit seinem neuen Abgeordneten aus Stallhofen Gunter Hadwiger. Der hatte im Interview in der Kleinen Zeitung gemeint, er stehe "neutral" zum Nationalsozialismus, weil dort "nicht wirklich alles schlecht" gewesen sei, er "hänge der Ideologie aber nicht nach". Nachdem es am Dienstag bereits Rücktrittsaufforderungen von Grünen und KPÖ hagelte, ruderte Hadwiger zurück, alles sei "missverständlich wiedergegeben worden, ich distanziere mich vom Nationalsozialismus". Kurzmann sprach gegenüber der Kleinen Zeitung von einem "Denkfehler" Hadwigers, denn "jeder Demokrat lehnt diese Ideologie ab", daran könne für ihn als FPÖ-Obmann "nicht der geringste Zweifel bestehen", auch nicht für Hadwiger.
Landtagsklub-Chefs
Keine Zweifel gibt es innerhalb der neu zu konstituierenden Landtagsklubs über die Chefs. Bei der ÖVP wird alles beim Alten bleiben, Christopher Drexler ist für Parteichef Hermann Schützenhöfer unverzichtbar. Die SPÖ setzt vorderhand weiter auf Walter Kröpfl, nicht ganz ausgeschlossen ist aber auch dessen Wechsel auf den Sitz des Landtagspräsidenten. Dafür gibt es intern aber auch andere Anwärter, eine Entscheidung fällt erst im Zusammenhang mit der Regierungsumbildung. Bei der KPÖ macht Claudia Klimt-Weithaler weiter, bei den Grünen aller Voraussicht nach Ingrid Lechner Sonnek - falls nicht der Obersteirer Lambert Schönleitner ein Gegengewicht zur grazlastigen Parteispitze bilden will. Auch bei den Blauen ist alles klar, Georg Mayer lässt sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.








