Halbtagsjob für den "Postfuchs"
In Stallhofen können Postdienstleistungen nur noch vormittags erledigt werden. Außerdem wird dringend ein Postpartner gesucht.

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Mein Vater, der das Postgebäude in Stallhofen samt Tresorraum gebaut hat, sagte immer: ,Wenn es eine Post nicht mehr gibt, gibt es auch Österreich nicht mehr.' So schnelllebig ist die Zeit", meint Vermieter Bernhard Rößl aus Stallhofen zu den Absichten, das Postamt in Stallhofen zu schließen.
"Ich habe gehört, dass neue Räumlichkeiten gesucht wurden, aber mit mir hat damals niemand gesprochen. Auf Anfrage wurde mir gesagt, dass die Filiale vielleicht ein halbes Jahr, vielleicht drei Jahre bestehen bleibt. Im Vertrag mit der Post ist eine sechsmonatige Kündigungsfrist enthalten", schildert Rößl, der aufgrund dessen auf Mietersuche für das Postamtsgebäude gegangen ist. "Interessenten habe ich, aber keiner will die Poststelle haben. Mir geht es aber darum, die Infrastruktur im Ort zu erhalten", so Rößl, der auf das große Einzugsgebiet des Södingtals hinweist.
Was Rößl stört: Bundeskanzler Faymann hat gesagt, dass kein Postamt geschlossen wird. In Stallhofen ist das Amt seit November nur noch vormittags geöffnet. Das ist ein langsames Aushöhlen", ärgert sich Rößl. "Wenn es keinen Ersatz gibt, braucht man die Post nur eine Stunde offen halten und der Kanzler hat Wort gehalten."
Bürgermeister Vinzenz Krobath bedauert die Entwicklung ebenso: "Bis auf Weiteres ist das Postamt nur noch halbtags offen. Mich wundert es nicht, dass sich niemand als Postpartner meldet: Es wird schlecht bezahlt, ist aber mit viel Verantwortung verbunden", so Krobath.
"Die Ausgangslage war die, dass jene Filialen, die nicht positiv waren, geschlossen werden sollten. Aber es gibt den Erlass des Verkehrsministeriums, mit dem wir wieder einmal blockiert werden", sagt Andreas Pachler, Pressesprecher der Post AG. Die einzige Möglichkeit zu sparen, sei eine Einschränkung der Öffnungszeiten. In Stallhofen können Postdienste derzeit montags bis donnerstags von 7.30 Uhr bis 12.15 Uhr und Freitag von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr in Anspruch genommen werden.
"Wir sind auf alle Fälle bemüht, eine sinnvolle Lösung für Stallhofen zu finden, auch wenn wir noch nicht hundertprozentig wissen, wie das neue Postgesetz ausschauen wird." Durch elektronische Medien sei die Kundenfrequenz generell stark zurückgegangen. "Auf dem Land werden Pensionisten und die wenigen, die im Ort tätig sind, von den Zustellern versorgt. Die Herausforderung für uns ist, wo Pendler abends ihre Pakete und Einschreiber holen können. Wir führen noch Gespräche und sind bestrebt, einen nahtlosen Übergang anzubieten."









