Trasse wieder ein Thema
Seltenheit: In St. Johann findet eine Gemeinderatssitzung mit insgesamt vier Gemeinden statt. Besprochen wird der Bau einer möglichen Trasse.
In St. Johann findet am Montag, dem 2. August, eine außergewöhnliche Gemeinderatssitzung statt: Die vier Gemeinden Söding, Mooskirchen, Ligist und St. Johann werden daran teilnehmen. Thema ist der seit Jahrzehnten geplante Bau einer Trasse, die eine bessere Verbindung zur Südautobahn gewährleisten soll.
"Konkret wurden vom Land zwei mögliche Trassen, die kainachnahe und die bahnnahe, untersucht. Schlussendlich fiel die Entscheidung auf die kainachnahe Variante ", erklärt Erwin Dirnberger, Bürgermeister von St. Johann. Denn die Kosten-Nutzen-Rechnung ergab, dass diese Lösung mit Baukosten in der Höhe von 39 Millionen Euro die günstigere ist. Darüber hinaus wurden Lärm- und Umweltbelastung berücksichtigt. Bei einer Präsentation am Montag kann sich die Bevölkerung ab 16 Uhr im Turnsaal der Volksschule St. Johann über die Pläne genau informieren.
Neu ist, dass bei der anschließenden Gemeinderatssitzung neben Söding auch Vertreter der Gemeinden Mooskirchen und Ligist teilnehmen. "Da diese beiden ebenfalls bei der Realisierung des Projekts vom Hochwasserschutz betroffen wären, sind sie ebenfalls eingeladen", berichtet Dirnberger und ergänzt: "Das Land will die politisch Verantwortlichen vor Ort miteinbeziehen." Laut Dirnberger würde für die kainachnahe Trasse eine große Ausgleichsfläche, bei der es sich um Ackerbaugebiet handelt, benötigt werden. "Das wird ein Knackpunkt werden. Ich rechne daher auch mit Bürgerprotesten", so Dirnberger. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wäre für die Umsetzung ebenfalls nötig.
"Überlegungen zu diesem Bau gab es bereits 1974. Erst 1990 wurden vier konkrete Varianten untersucht", erinnert sich Dirnberger. Doch die Realisierung ist damals an EU-Wasserrahmenrichtlinien und dem Feinstaubgesetz gescheitert.







