Fremdwährungskredit: Zwangsumtausch verärgert Bankkunden
Umgang mit Franken-Krediten ist noch immer umkämpft. Volksbank besteht auf Zwangskonvertierung. Södinger erlitt durch Umtausch, der ohne Rücksprache durchgeführt wurde, herbe Verluste.

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Es war streng genommen nur der Vormittag des 27. Oktober, der den Banken und vielen Kreditnehmern bis heute Kopfzerbrechen bereitet. An diesem Montag stieg der Wert des Schweizer Franken für nur wenige Stunden dermaßen stark, dass bei vielen Franken-Krediten die vereinbarten Höchstgrenzen überschritten wurden. An den Folgen dieser Kursspitze knabbern hunderte Kreditnehmer bis heute. Denn die Banken suchen nicht in jedem Fall das Einvernehmen mit dem Kunden.
Härtefall. Ein extremer Härtefall ist etwa der Södinger Maurer Maximilian P.: Erst vor wenigen Wochen, nämlich Ende August 2008, war sein Euro-Kredit bei der Volksbank Graz-Bruck in Franken umgewechselt worden - und zwar auf ausdrückliche Empfehlung des Kreditberaters der Bank. Zwei Monate später wurde am 27. Oktober das Limit erreicht, worauf die Bank den Franken-Kredit zwangsweise in Euro zurücktauschte. Ergebnis: Die aushaftende Kreditsumme, die Ende August 117.000 Euro betrug, ist durch den ungünstigen "Doppel-Umtausch" binnen acht Wochen auf 133.000 Euro gestiegen. Obwohl der Bank-Berater den Frankenkredit empfahl, musste P. wie zum Hohn auch noch die Gebühren bezahlen - 365 Euro und 76 Cent Wechselgebühr für ein saftiges Verlustgeschäft. So wie P. erlitten auch viele andere Kreditnehmer herbe Einbußen.
Umtausch ohne Rücksprache. "Der Zwangsumtausch erfolgte ohne jede Rücksprache mit mir, ich habe erst durch einen Kontoauszug davon erfahren", klagt P. Die Volksbank verweist zwar auf die von P. unterschriebene Limit-Vereinbarung, diesen Zettel will der Kunde aber "blanko" unterschrieben haben. Die Zahlen seien nachträglich eingesetzt worden. Auch habe er die Vereinbarung nicht ausgefolgt erhalten.
Unterschrieben. Volksbank-Vorstand Michael Klampfl: "Der tagesaktuelle Franken-Kurs wurde vielleicht erst nachher eingefügt. Aber der Kunde hat unterschrieben, dass er bei einer Überschreitung von mehr als zehn Prozent dem Rückumtausch zustimmt." Es sei "unsere Praxis, dass wir keine Zwangskonvertierung vornehmen", meint der Bank-Chef.
Kleingedrucktes. Die Schriftstücke legen freilich anderes nahe. So gibt es ein Volksbank-Formular über "Risikohinweise für Fremdwährungskredite". Dort steht im Kleingedruckten Folgendes: "Darüber hinaus behält sich die Bank (...) das Recht vor, bei einem Anstieg des Wechselkurses (...) ohne weitere Rücksprache mit Ihnen den Fremdwährungskredit in Euro zu konvertieren. Diese Zwangskonvertierung erfolgt zum jeweils geltenden Wechselkurs."







