Wenn aus Gaudi bitterer Ernst wird
In den Energieferien häufen sich wieder die Unfälle auf den steirischen Schipisten. Der jüngste Fall: Ein 15-jähriger Schüler aus Salla wird sein restliches Leben wahrscheinlich im Rollstuhl verbringen.
Eigentlich wollte der 15-jährige Christoph E. aus Salla (Bezirk Voitsberg) am Dienstag einen unbeschwerten Schitag mit seinen Eltern verbringen. Nun kann es sein, dass er sein restliches Leben im Rollstuhl verbringen wird. Aus unbekannter Ursache kam er nämlich auf einer völlig ungefährlichen Stelle des Lärchenschusses der Mittermoaralm am Gaberl zu Sturz, schlitterte in ein Waldstück und prallte mit dem Rücken gegen einen Baum. Nach der Erstversorgung wurde der Jugendliche mit dem Hubschrauber in das LKH Graz überstellt. Diagnose: Schädelhirntrauma und schwere Verletzungen im Lendenwirbelbereich. Eine Querschnittlähmung ist sehr wahrscheinlich.
Dauereinsatz. Die Rettungsmannschaften sind heuer auf den steirischen Schipisten aber insgesamt wieder im Dauereinsatz. Gerade in der Ferienwoche, in der besonders viele Besucher in den Wintersportgebieten gezählt werden, häufen sich die Unfälle. "Seit Saisonbeginn Mitte November haben wir 194 verzeichnet, damit liegen wir im Vergleich zum letzten Jahr einen Hauch über dem Durchschnitt", weiß Siegmund Schnabl, Leiter der Alpinpolizei. Registriert werden von der Exekutive allerdings nur Unfälle durch Fremdverschulden, wie Kollisionen, oder mit tödlichem Ausgang. Allein in der DachsteinTauern-Region kam man in dieser Schisaison auf 1100 Versorgungen von Unglücksopfern. "Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zahl der Schiunglücke nicht wirklich gestiegen, aber eben auch nicht weniger geworden ist. Wenigstens gab es noch keinen Toten", so Schnabl.
Kontrollverlust. Die häufigste Ursachen für schwere Stürze sind falsche Selbsteinschätzung, Unaufmerksamkeit und Übermüdung. In Kombination mit Kunstschnee, der besonders aggressiv und körnig ist, sowie den schwerer zu handhabenden Carving-Schiern, verliert man auf der Piste noch leichter die Kontrolle. "Die meisten unserer Patienten kommen durch Übermüdung auf ihrer letzten Abfahrt zu Sturz", berichtet Wolfgang Seggl, Leiter der Unfallchirurgie am LKH Graz. Zwischen drei und fünf Schwerstverletzte landen pro Woche bei ihm am Operationstisch. Dazu kommen noch etliche Patienten mit Kreuzbandrissen und Knieverletzungen.
Verletzungen. Auch Verletzungen an den oberen Extremitäten wie Schulter, Ober- und Unterarm sowie Ellbogen sind häufig, wie Karl Paul, ärztlicher Leiter des UKH Kalwang (Bezirk Leoben) bestätigt. Schwere Blessuren der Wirbelsäule, wie im Fall von Christoph E., habe es hingegen nur eine gegeben. "In diesem Bereich haben wir im vorigen Jahr etliche Operationen durchführen müssen", so Paul.
Fahrerflucht. Besonders auffällig ist in dieser Schisaison übrigens die hohe Zahl der fahrerflüchtigen Unfallverursacher. Bisher sind bereits 51 Personen nach einer Kollision mit einem zweiten ohne Hilfestellung zu leisten einfach weitergefahren. Konnten sie nicht ausgemacht werden, wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ihnen droht nun eine höheres Strafmaß.







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