Brandkogel-Kreuz zu Fall gebracht
Ein heftiger Sturm und die vorherige Lösung einer Spannschraube brachten das Kreuz am Wölkartkogel in der Almregion Gaberl zum Einsturz. Nun folgt Wiederaufbau.

Foto © Karl MayerDie zehn Zentimeter dicke Eisensäule ist völlig durchgebogen
Mit der Marienstatue am Wölkartkogel ist es eines der Wahrzeichen der Almregion am Gaberl und darüber hinaus des gesamten Bezirkes: Das Kreuz am Wölkartkogel. Doch kürzlich hat es ein Sturm zu Sturz gebracht. Das Kreuz ist für die vielen Wanderer, die auch im Winter am Gaberl und beim Alten Almhaus unterwegs sind, nicht mehr zu sehen. Es liegt zerstört am Abhang des Kogels Richtung Salla.
Bei einem Lokalaugenschein mit Siegfried Steurer, Bürgermeister von Salla, wurde klar: "Es war wohl nicht nur der Sturm für den Fall des Kreuzes verantwortlich." Die Schwachstelle liege nämlich bei der Fixierung des Kreuzes. Eine Spannschraube an einem der erst im Jahre 2003 erneuerten Seile war offen. Offensichtlich händisch gelöst, denn die beiden Teile ließen sich mühelos wieder zusammenschrauben. Wäre die Schraube durch den Sturm ausgerissen worden, so hätte dies Spuren hinterlassen, das Gewinde wäre beschädigt gewesen. Das Lösen der Spannschraube war also vermutlich ein böses Lausbubenstück oder zumindest arge Gedankenlosigkeit.
Eisen ist stark gebogen
Und der dadurch entstandene Schaden ist unbestritten sehr groß. Durch den fehlenden Halt auf der losgelösten Seite hatte das Kreuz nicht mehr den notwendigen Halt. Der Wind musste jedenfalls enorm stark gewütet haben, denn die Eisensäule, auf der das Kreuz aufgesetzt war, hat immerhin einen Durchmesser von zehn Zentimeter. Aber diese enorme Eisensäule wurde beim Sturz des Kreuzes komplett umgebogen.
Bürgermeister Steurer, er ist auch Schriftführer beim Kameradschaftsbund Salla (dem Besitzer dieser Gedenkstätte), will jedenfalls alles daran setzen, dass möglichst bald wieder ein Mahnmal am Brandkogel steht. "In den nächsten Tagen wird sich ein Vertreter des Österreichischen Bundesheeres den Schaden und die lokalen Gegebenheiten ansehen", sagt er. Danach könne man vielleicht über eine mögliche Unterstützung durch das Heer bei der Wiedererrichtung beraten," ist Steurer zuversichtlich.
Schließlich ist das Kreuz Landes-Ehrenmal des Steirischen Kameradschaftsbundes. Auch was das Holz für das 18 Meter hohe und mit einem sechs Meter langen Querbalken versehene Kreuz betrifft, hofft er, wie schon bei der Ersterrichtung, auf Spenden. "Im Jahr 1953 spendete die Firma Morasutti eine Lärche, die dann händisch zugerichtet wurde."
Eine Mordsschinderei
Initiator der Errichtung des Brandkogel-Kreuzes im Jahr 1953 war Hubert Stiefmann, nachmals Bürgermeister von Salla. "Es war eine Mordsschinderei, aber wir waren alle mit großer Begeisterung dabei" erinnert sich der nunmehr 85-Jährige. Es mussten alle Arbeiten händisch durchgeführt werden. So wurde das Holz für das Kreuz von der Senke vor dem Kogel weg auf die Spitze hinaufgetragen. Zum Aufstellen des 18 Meter hohen Kreuzes wurde eine Seilwinde verwendet. Eine Gedenktafel weist auf den Sinn des übergroßen Kreuzes hin: Den Gefallenen beider Weltkriege zum Gedenken. "Ja, ich habe mich für die Errichtung aus Dankbarkeit für meine Heimkehr und zur Erinnerung an meine im Krieg umgekommenen Kameraden eingesetzt", berichtet Stiefmann. Er selbst wurde schwer verwundet, Granatsplitter von damals befinden sich heute noch in seinem Körper.
Trotz seines Alters lässt es sich der Alt-Bürgermeister aber nicht nehmen, alljährlich zu Allerheiligen einen Kranz beim Brandkogel-Kreuz niederzulegen. Und er hofft, das auch heuer wieder tun zu können.







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