Berühren eindeutig verboten
. . . Nachfragen aber ganz und gar nicht. Die 4e Klasse des BRG Köflach stattete der Firma Krenhof im Rahmen des Projekts "Faszination Technik" einen Besuch ab. Stahlharte Recherche.

Foto © KRUSCH Von der Konstruktion am Computer bis zur Durchführung an den Maschinen: Die Schüler des BRG Köflach bekamen in alle Bereiche der Firma Krenhof interessante Einblicke. Jetzt wartet die Vorbereitung auf das Experiment
Minus zwölf Grad Außentemperatur. Immer wieder rieseln kleine Schneeflocken vom tiefgrauen, wolkenverhangenen Himmel. Hin und wieder ein Windstoß, der die Luft gefühlt noch kälter macht. Freiwillig geht bei diesem Wetter keiner vor die (Schul-)Tür. Doch sie sind hart. Stahlhart, könnte man in diesem Zusammenhang sagen. Denn die 22 Schüler (vier waren schon vorher krank) des Bundesrealgymnasiums Köflach machten sich gestern zu Fuß auf den Weg zur Firma Krenhof. "Damit uns nicht kalt wird, sind wir ein bisschen schneller gegangen", lacht Klassenvorstand Wolfgang Smon, der seine rotgefrorene Nase auch nicht verstecken kann. "Aber eine halbe Stunde Fußmarsch muss man in dem Alter schon aushalten."
Faszination Technik
Wofür die 21 Buben und ein Mädchen die Strapazen auf sich genommen haben? Für das Projekt "Faszination Technik". Die Initiative wurde im Jahr 2007 ins Leben gerufen, um Kinder und Jugendliche für die Technik zu begeistern. Im Zuge einer Betriebsbesichtigung lernen die Schüler dabei einen Betrieb in ihrer Region kennen und erarbeiten dann mit den Angestellten vor Ort ein Experiment. Am 24. Mai werden auch heuer wieder alle Experiment in der Grazer Stadthalle vorgestellt und prämiert.
Doch zuvor wollten die Köflacher Schüler erkunden, was bei Krenhof eigentlich passiert. Und sie zeigten, dass sie sich im Vorfeld bereits gut informiert hatten. Dass bei Krenhof geschmiedet wird, wussten sie nämlich längst. Auch dass man beim Schmieden ungefähr eine Temperatur von 1200 Grad Celsius braucht, dass die gefertigten Teile sowohl im Werkzeug-, als auch im Automobil- und Schalungsbau verwendet werden. Und dass es sich bei Krenhof um eine Aktiengesellschaft handelt.
Mitgeschrieben wurde im warmen Seminarraum, dessen schwarzer Boden aufgrund des geschmolzenen Schnees der Schuhe richtig glänzte, dennoch eifrig. Trotz dicker Jacken, die die meisten sicherheitshalber nicht auszogen. Obwohl die Temperatur gemeinsam mit der Stimmung immer mehr stieg. Vor allem als auf einmal Cameron Diaz in der Powerpoint Präsentation erschien. "Die arbeitet bei uns", scherzte Franz Krammer von Krenhof. "Nein, aber ihr Jahreseinkommen von etwa 30 Millionen Euro entspricht unserem Jahresumsatz." Es lebe die Eselsbrücke.
Große Augen
Richtig heiß wurde es aber in den Produktionsräumen. Nur mit Gehörschutz ("dürfen wir den behalten, den können wir dann ja auch in der Schule verwenden, wenn es langweilig wird") konnten die Schüler den gesamten Produktionsablauf begutachten. "Aber ja nix angreifen", so die Weisung von Krammer. "Sonst schauen eure Finger nicht mehr gut aus." Und die Schüler haben sich daran gehalten. Große Augen wurden gemacht, alles fotografiert und gefragt, gefragt, gefragt. "Kann man hier auch während des Studiums ein Praktikum machen?" - "Welche Fähigkeiten brauche ich, um hier zu arbeiten?" - "Kann man als Lehrling hier auch die Matura machen?"
Und natürlich die dringlichste Frage: "Welches Experiment bereiten wir vor?" Details werden nicht verraten. Aber es wird etwas aus dem Bereich Prägen und Pressen. Und die Besucher werden auch etwas davon haben. Man darf also schon jetzt gespannt sein.








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