Leiberltausch in China mit den Brasilianern
Mit vielen neuen Eindrücken und einem verbesserten Wortschatz kehrten die weststeirischen Bandmitglieder der "Alpenrocker" nach zwei Monaten Tournee in China zurück.
Ni Hao! Eine freundliche Begrüßung auf Chinesisch stellt die beiden "Langnasen" aus der Weststeiermark vor keine sprachlichen Barrieren. Der Rosentaler Joachim Scherz war bereits zum sechsten Mal mit der Gruppe "Alpenrocker" auf einer zweimonatigen Tournee durch China unterwegs. Für Bandkollegen Martin Rexeis war es der zweite lange Ausflug ins "Land des Lächelns". "Der Wortschatz nimmt mit jedem Jahr zu. Für mich ist es so, als ob ich zu Freunden fliege", schwärmt Scherz über die Gastfreundschaft der Asiaten. "Wenn man sich bei uns die Diskussionen über Ausländer anhört, wundert man sich. In China funktioniert das ohne große Diskussionen. Da steht eine Moschee neben einer Kirche oder einem buddhistischen Tempel. Das ist Multikulti par excellence", so Scherz.
Bierzelt
Die "Alpenrocker" brachten heuer wieder ein großes Kilometerpensum in China zusammen: "Wir hatten rund 40 Auftritte in acht Wochen, darunter zwei Premieren: Die Konzerte waren immer gut besucht. Heuer sorgten wir erstmals auch in einem richtigen Bierzelt für Oktoberfest-Stimmung", meint der Rosentaler, der sich immer besonders auf das Wiedersehen mit Bekannten aus vergangenen Reisen freut. "In den Städten Chengdu, Xi An, Nanjing, Suzhou oder Dalian hat man schon sehr viele Kontakte - und das durch alle Nationalitäten. Eine Gruppe Brasilianer rief nach dem Konzert mit ihren Nationaltrikots zum Leiberltausch. Auch eine Gruppe afrikanischer Studenten aus Burundi zählt zu unseren Freunden", schildert Scherz. Vor allem das Zusammentreffen mit philippinischen Musikerfreunden bringt die Steirer zum Nachdenken: "Sie spielen für wenig Geld, um ihre Familien ernähren zu können. Man sieht auf diese Art, wie gut es uns geht."
Beeindruckt war Scherz von der Besichtigung der Baustelle für ein neues BMW-Werk, das kommendes Jahr eröffnet wird: "Die längste Halle der Produktionslinien erstreckt sich über 1,4 Kilometer. Jährlich sollen dort 100.000 BMW vom Band laufen", weiß der weststeirische Musiker und Unternehmer. Die scherzhafte Übersetzung für das Nobelauto lautet in China übrigens Bauer mit Wasserbüffel.
Weitere Ausflüge führten die Österreicher in eine Panda-Aufzuchtstation zu Fu Long, der in Schönbrunn geboren wurde, oder zur Terrakotta-Armee. Wetterpech setzte es vor dem Rückflug in Peking: "Wir zeigten den ,Neuen' in der Band die Chinesische Mauer und sahen dort erstmals Schnee." Und weil die nächstjährige Tournee noch länger dauern soll, wollen sich die "Alpenrocker" Instrumente kaufen, die gleich in China bleiben.








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