Ein Ort, der eine Kraftquelle ist
Die Pfarrkirche Piber hat für einige Menschen eine ganz besondere Ausstrahlung, die sie immer wieder in aller Ruhe auf sich wirken lassen.

Foto © LR Karlheinz Süß
So mancher empfindet diesen Ort als Kraftquelle, den Kirchhof von Piber. Besonders stark spürt man die positive Ausstrahlung vor der Apsis, speziell vor der Grabplatte des im Jahr 1576 verstorbenen Ritters Christof II. von Kainach.
Die Kirche selbst stammt aus dem 12. Jahrhundert und dürfte eine kleinere, zur Pfarrgründung im Jahre 1060 bestehende Kirche, ersetzt haben. An der Apsis kann man die typischen Merkmale der Romanik, den Rundbogen und das Zahnschnittfries, erkennen. Unter der Apsis befindet sich eine kleine achteckige Krypta, sie diente als Karner. Zuletzt wurde der Einstieg in diese Krypta im Jänner 1997 unter der Aufsicht von Pfarrer Hans Fuchs und von den beiden Historikern Bernhard Hebert und Ernst Lasnik geöffnet. Unter einem romanischen Gewölbe lagen einige Schädel, Lang- und Beckenknochen, darauf lagen einige Totenschädel mit Spuren von sogenannten "Totenkränzen". Diese Merkmale lassen darauf schließen, dass die letzten Gebeine vor rund 200 Jahren hier abgelagert wurden. In einer Wandnische stehend, fand man zwei gotische Becher, die momentan in einer Nische in der Pfarrkirche Piber ausgestellt werden.
Altar
Das dem heiligen Apostel Andreas geweihte Gotteshaus mit seiner für eine Landkirche typischen barocken Innenausstattung weist neben dem Hochaltar noch drei Seitenaltäre auf. So stammen der prachtvolle Anna-Altar und auch die Kanzel aus der Zeit um 1750. Auch zahlreiche "Römersteine" finden sich auf dem Mauerwerk und im Inneren des Kirchenraumes. So auch ein römerzeitlicher Altarstein, der in Piberegg gefunden wurde und im Wappen der Gemeinde Piberegg Aufnahme vorkommt.
Die einzigartige Akustik in der Andreas-Kirche lockt immer wieder hochkarätige Vokal- und Instrumental-Ensembles nach Piber, die neu erbaute Orgel ist von höchster Qualität. Zwei Bewohner, die sich mit der Piberer Kirche ganz besonders verbunden fühlen, sind Helga Steinberger und Johann Kohlbach. "Meine Mutter hat mich immer in die Kirche mitgenommen und ab 1949 diente ich als Ministrant", erinnert sich Kohlbach und ergänzt: "Ich wurde hier getauft und gefirmt." Auch heute noch "dient" er im Gotteshaus. Mit der Gestütskapelle Piber, dem Kirchenchor und den Piberer Weisenbläsern sorgt er oft für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten und Feierlichkeiten.
"Mein Vater hieß ebenso wie der Kirchenpatron Andreas. Mit meiner Mutter bin ich am Sonntag oft von Hochtregist nach Piber zum Hochamt marschiert", berichtet Helga Steinberger, "in der Kirche setze ich mich meistens in die letzten Reihen, denn von dort kann ich den wunderbaren Gesamteindruck dieses Gotteshauses auf mich wirken lassen."









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