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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 um 04:45 UhrKommentare

Ein Haus erzählt die blumige Geschichte

1500 Steirer starteten beim ersten Blumenschmuckbewerb 1959. So auch die Familie Schrotter aus Piberegg.

Hildegard und Johann vor ihrem Schmuckstück

Foto © Silvia Sommer-SteffenHildegard und Johann vor ihrem Schmuckstück

Wenn ein Haus sprechen könnte, was würde es erzählen? Im Fall des alten Bauernhofs der Familie Schrotter, der seit acht Jahrhunderten in Piberegg über der steirischen Hügellandschaft thront, wäre die Liste lang. Es würde wohl verraten, dass hier einst ein Adeliger gewohnt hat. Oder etwa, dass Regielegende Franz Antel 1993 "Mein Freund, der Lipizzaner" vor dieser Kulisse gedreht hat. Und dass das Gehöft samt Hausdame Maria da ohnehin schon eine internationale Werbeikone für ein namhaftes Düngemittel war. Nicht zu vergessen: wie das mit dem Blumenschmuckbewerb tatsächlich angefangen hat. Damals, vor genau fünf Jahrzehnten.

1500 Steirer waren es, die sich im ersten Jahr an die Blumenkisterln machten. "Meine Mutter Maria war auch dabei", erinnert sich Hofherr Johann Schrotter und greift hastig nach dem Fotoalbum. Ein paar mit Balkonprinz besetzte Kästen, so sahen die ersten Kreationen aus. Kein Vergleich zur heurigen Blütenpracht, die den Hof eindrucksvoll und üppig schmückt. Als Beweis wird auch noch die erste Urkunde präsentiert, die gerahmt mit Dutzenden weiteren das Vorzimmer zur Stube ziert. "Ja, das war der ganze Stolz der Schwiegermutter", erinnert sich auch Gattin Hildegard.

Garteln im Duett

Wenige Jahre nach der ersten Auflage von "Steiermark im Blumenschmuck" kam sie auf den Hof. Von da an wurde gemeinsam gegartelt. Ob die Gattin von Anfang an vom Hobby der Schwiegermutter begeistert war? "Auf dem Nachtkasterl hat sie immer einen Strauß gehabt. Da habe ich gewusst, es passt", grinst er. Hildegard lächelt.

Es geht im Album vorbei an den Sechzigern, direkt zu den wilden Siebzigern. Obwohl, so wild waren die in Sachen Blumenschmuck nicht. "Damals war es Mode, alles ganz geradlinig in Pink zu setzen", erinnert sich Hildegard. Johann schlägt die Hände zusammen. "Das hat nicht gelebt. Nein, das war nix", meint er entsetzt. Es geht ein Jahrzehnt weiter. "Da wird es interessant. Hat alles meine Frau gemacht", meint er stolz und deutet auf das Bild, auf dem sich das Haus in eine ähnlich beeindruckende Pracht hüllt wie heute. Und seine Augen glänzen bei diesem Anblick auch nach 50 Jahren noch.

ANDREA STANITZNIG

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