Das "große Krabbeln"
In Schulen und Kindergärten der Region sind wieder Kopfläuse aufgetaucht. Bei richtiger Behandlung wird man sie bald wieder los.
Sie lieben Hauben oder Verkleidungen und besiedeln bevorzugt Köpfe von Kindergarten- und Schulkindern: Die Rede ist von Kopfläusen. Zunächst die wichtigste Information: "Kopfläuse kann jeder bekommen. Es spielt keine Rolle wie gründlich Körperhygiene betrieben wird oder wie häufig die Haare gewaschen werden, denn Läuse ernähren sich vom menschlichen Blut", stellt man im Sanitätsreferat der BH Voitsberg klar.
"Es soll Eltern also keineswegs peinlich sein, wenn ihr Sprössling Läuse hat. Gerade die beliebtesten Kinder, die mit vielen spielen, sind am häufigsten Opfer der Läusewanderung von Kopf zu Kopf", fasst Beate Radl von der Apotheke Krems zusammen. Außerdem dienen Hauben, Kopfbedeckungen von Faschingsverkleidungen oder Kuscheltiere als "Transportmittel". Warum sich Kindergärten und Volksschulen mit der Plage herumschlagen müssen? "Kopfläuse lieben die duftige Kopfhaut von Kindern, dies ändert sich ab der Pubertät, wenn der Körpergeruch der Teenager wie eine hauseigene Abwehr funktioniert", so Alexandra Fuchsbichler von der Apotheke Krems.
Unaufgeregt
In Schulen und Kindergärten wird die regelmäßig wiederkehrende Plage unaufgeregt hingenommen: "Wir sind heuer noch verschont geblieben, aber in den Jahren zuvor gab es bei uns auch Läuse", sagt Karin Pessl, Direktorin der Volksschule Mooskirchen. Die Vorgehensweise bei Kopflausbefall ist überall ähnlich: "An die Eltern wird ein Informationsblatt ausgegeben, in dem sie gebeten werden, Maßnahmen dagegen zu treffen. Dies funktioniert in der Regel sehr gut", so Pessl. "Wir werden auch von Eltern informiert, wenn sie Parasiten entdecken, und können schneller reagieren", lobt Anita Zniva, Direktorin der Volksschule Bärnbach. "Informationsblätter haben wir parat, wir verteilen auch Shampoopackerl, wenn Bedarf besteht", meint Zniva.
Auch im Kindergarten Bärnbach wird man alle Jahre heimgesucht: "Wenn ein Kind befallen ist, sollte es einen oder zwei Tage zu Hause bleiben", schildert Gudrun Rafling vom Kindergarten Bärnbach.
Mit ein wenig Aufwand, Geduld und den richtigen Mitteln wird man die lästigen Mitbewohner schnell los: "Wenn in der Schule oder im Kindergarten Läuse gemeldet werden, soll man die Haare noch am selben Tag mit einem Läuseshampoo aus der Apotheke behandeln", rät Radl. Wichtig ist, das Shampoo noch auf die trockenen Haare aufzutragen, um die Läuse und alle ihre Entwicklungsstadien abzutöten. Mit einem Nissenkamm soll man die Nissen, die am Haaransatz sitzen, ausfrisieren.
Stofftiere
Ebenso ist es wichtig, die Umgebung des Kindes gegen Läuse und Nissen zu behandeln: "Stofftiere oder Hauben kann man ausfrieren, Autokindersitze oder Polstermöbel mit Spray behandeln", so Fuchsbichler. Wird dies verabsäumt, kann sich der Befall in die Länge ziehen, wie Elsa Weber, Leiterin des Kindergartens Regenbogen in Köflach, berichtet: "In einem Jahr wurden wir die Läuse nur äußerst schwer los, weil ein Kind zwar behandelt, der Rest aber nicht berücksichtigt wurde."








