Nicht einmal das Blaulicht wirkt
Bisher war es oft schwierig für Helfer, an die Unfallstelle zu gelangen. Einsatzorganisationen hoffen auf Besserung durch die Rettungsgasse.

Foto © KanizajIm Bezirk Voitsberg hat man derzeit noch nicht viel Erfahrung mit der Rettungsgasse
Seit 1. Jänner gilt auch auf den österreichischen Autobahnen, Schnellstraßen und Autostraßen, dass bei Staubildung oder bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse gebildet werden muss. Die Einsatzkräfte im Bezirk Voitsberg stehen dieser Einrichtung aufgeschlossen gegenüber, man hofft, dass man dadurch schneller und problemloser zum Unfallort vorrücken und Verletzten rascher helfen kann.
"Es ist durchwegs positiv und eine äußerste Notwendigkeit, dass die Rettungsgasse bei uns nun auch verpflichtend zu bilden ist. Nun kann man mit einer gewissen Sicherheit rasch zum Unfallort kommen", lobt Engelbert Huber, Brandrat der Feuerwehr Mooskirchen. Und gerade bei Verkehrsunfällen zählt jede Minute, um Menschenleben zu retten: "Unsere Rettungswagen sind früher teilweise im Stau stecken geblieben. Wir mussten oft aus der Gegenrichtung ein weiteres Fahrzeug zum Unfallort schicken. Häufig sind wir nicht ganz zur Unfallstelle gekommen, sodass wir fünfzig oder hundert Meter zu Fuß laufen mussten, mit Koffer und sämtlichen Geräten", berichtet Aldo Striccher, Geschäftsführer der Rot Kreuz-Bezirksstelle in Voitsberg.
Zugeparkt
Ähnliche Erfahrungen machte auch die Feuerwehr Steinberg: "Es war häufig so, dass der Pannenstreifen völlig zugeparkt war. Unsere Feuerwehrleute mussten aussteigen und den Autofahrern klarmachen, dass hier eine Gasse freizumachen ist", erzählt Hauptbrandinspektor Josef Fuchs. Neben der raschen Versorgung von Unfallopfern steht auch die Sicherheit der Rettungskräfte im Vordergrund: "Bei einigen Autofahrern erzeugt nicht einmal Blaulicht Verständnis, man kann nur von Glück sprechen, dass unseren Feuerwehrmännern noch nichts passiert ist", so Huber.
Abwarten
Ob sich die Rettungsgasse bewährt, wird sich zeigen: "Bisher haben wir noch keine Erfahrungen, man kann nur abwarten. Zudem wird es noch dauern, bis alle Verkehrsteilnehmer informiert sind", will man sich bei der Autobahnpolizei Unterwald zu keinen Lobeshymnen hinreißen lassen. "Es wird immer eine gewisse Verzögerung bei der Anfahrt geben, es reicht, wenn nur ein Auto den Weg blockiert." Striccher ergänzt: "Problematisch wird es, wenn ein Stau nicht rechtzeitig erkannt wird, oder wenn durch Hektik eine schwer passierbare Rettungsgasse gebildet wird."








