Mit Kreuzen zum Hochamt gehen
Beim "Maschtasingen" in Mooskirchen tragen Bewohner der verschiedenen Ortsteile nach historischem Vorbild Kreuze zur und in die Kirche.
Mit der ersten Nennung des Ortes Mooskirchen im Jahr 1136 ist offensichtlich, dass damals bereits eine Kirche bestanden hat. Auch ist urkundlich belegt, dass Pfarrer Petrus von Mooskirchen anno 1187 an einer kirchlichen Versammlung in Leibnitz teilgenommen hat. Über das genaue Gründungsdatum des Gotteshauses und auch über den Gründer selbst gibt es keine Unterlagen.
Fest steht: Die Pfarre wurde im 15. Jahrhundert so gut bewirtschaftet, dass sie das Augustiner-Chorherrenstift in Stainz unbedingt einverleiben wollte, wogegen man sich wehrte. Schließlich bestätigten Papst und Kaiser im Jahr 1489 die Einverleibung nach Stainz. Doch bereits sechs Jahre später ging sie wieder zurück an das Bistum Seckau.
Besonders viele Besucher kommen am Morgen des Ostersonntags zur Pfarrkirche Mooskirchen: Beim "Maschtasingen" ziehen nämlich die Bewohner der einzelnen Ortsteile nach historischem Vorbild mit kunstvoll geschmückten Vortragskreuzen zum Hochamt. Diese Kreuze werden in der Kirche aufgestellt und stellen für viele Wochen einen besonderen Schmuck dar.
Orgel
Dafür, dass die Messen an Samstagen, Sonntagen, bei Taufen und Hochzeiten in der Pfarrkirche von Mooskirchen auch zu einem musikalischen Genuss werden, sorgt Gerlinde Hörmann - und zwar seit 1968. "Damals wurde ich von der Organistin Cäcilia Hirschfellner während eines Gottesdienstes eingeladen, ein Lied zu spielen", erinnert sich Hörmann. Die Folge war: "Seit 25 Jahren mache ich den Hauptorgeldienst." Dass Hörmann so einfach einspringen konnte, lag an ihrem Beruf. Sie wirkte damals als Musikpädagogin in Köflach und unterrichtete Klavier. Nach den ersten Einsätzen an der Orgel absolvierte sie ein zusätzliches Studium für Kirchenmusik in Graz.
Hörmann gründete vor 23 Jahren außerdem den Chor "pro musica", der die Messen an den Hochfesten - wie Weihnachten oder Ostern - mitgestaltet. "Zusätzlich wirken bei unserer musikalischen Messgestaltung auch noch fallweise der Männergesangsverein Mooskirchen, die Jugendblaskapelle, die Bauernkapelle sowie eine Jugendband mit", zählt die Organistin und Chorleiterin auf.
Doch Kirche - und speziell Musik in der Kirche - muss nicht immer ernst sein: Hörmann organisiert auch Kleinkunstkonzerte, mitunter mit Lesungen. So gab es beispielsweise ein Faschingskonzert unter dem Titel "Die lustige Orgel". Nicht nur der Radetzkymarsch, gespielt auf der Königin der Instrumente, begeisterte die Zuhörer: "Unser Pfarrer Wolfgang Pristavec hat dafür volles Verständnis." Und was Hörmann noch freut: "Auch der Volksgesang wird in unserer Kirche bestens gepflegt, wobei unser stimmkräftiger Priester einen wesentlichen Anteil hat."








