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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2009 um 21:10 UhrKommentare

Trotz Mängel: Tiertransport durfte weiter

Schlangen, Krokodile, Frösche und Störche von Polen nach Italien. Nach 31 Stunden wurde der mangelhafte Transport auf der A2 gestoppt, durfte aber weiter fahren. Tierschützer poltern.

Die Störche wurden zu zweit in Holzboxen transportiert

Foto © Landespolizeikommando für SteiermarkDie Störche wurden zu zweit in Holzboxen transportiert

Von außen war dem Lkw seine brisante Fracht nicht anzusehen. Der unscheinbare polnische Lastwagen, der am Freitag auf der Südautobahn bei Mooskirchen Richtung Italien tuckerte, machte vielmehr einen et was desolaten Eindruck. Deshalb holten ihn Beamte der Polizei- Landesverkehrsabteilung aus dem Verkehr, um ihn einer genauen Kontrolle zu entziehen. Als sie den Laderaum öffneten, standen die Polizisten dann plötzlich vor einer beachtlichen Sammlung exotischer Tiere. In Boxen und Kisten gepfercht fanden sich dort zehn Schlangen, darunter fünf Boa Constrictors, fünf Krokodile und neun Warane, dazu 29 Störche, drei Kakadus und 30 Frösche ­ von denen 28 bereits verendet waren.

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Foto © Landespolizeikommando für Steiermark

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Arge Mängel. "Die Formalitäten waren schnell erledigt. Der Fahrer hatte gültige Papiere für diese Tiere. Sie sollten an eine Zoohandlung in der Nähe von Rom geliefert werden", berichtet Wolfgang Teutschl von der Landesverkehrsabteilung. Allerdings war der in Warschau gestartete Transport zu diesem Zeitpunkt schon 31 Stunden unterwegs­ inklusive Ruhezeit für den Fahrer. Die verendeten Frösche waren wegen eines defekten Tränkesystems übrigens vertrocknet. Die von der Polizei beigezogenen Tierärzte stellten noch weitere gravierende Mängel fest. So wurden die Störche jeweils zu zweit in engen Kisten transportiert und mittels Kübel und Strick getränkt, die Warane hatte man in Zeitungspapier eingewickelt, generell litten die Tiere an man gelnder Frischluftzufuhr. Dennoch durfte der Lkw-Fahrer samt Fracht nach der Amts handlung seine Fahrt fortsetzen. Evelyn Loibersböck von der Landesveterinärbehörde erklärt, warum: "Es erschien uns schonen der für die Tiere, den Wagen weiterfahren zu lassen, als sie in mühsamer Prozedur auszuladen und irgendwo einen Platz für sie zu suchen."

WILFRID ROMBOLD, ROBERT PREIS

TIERSCHUTZ-VERANSTALTUNG

Unter dem Motto "Brennpunkt Tierschutz" wird kommenden Mittwoch (24. Juni) ab 19 Uhr im Franziskanerkloster in Graz diskutiert. Und zwar über Langstreckentiertransporte.

Auf dem Podium sind Tiertransport-Experte Nikolaus Kulmer (TierWege), sowie Vertreter von Politik, Exekutive und der Veterinärmedizin.

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Foto © Landespolizeikommando für Steiermark

Die Schlangen wurden in diesen Beuteln transportiertFoto © Landespolizeikommando für Steiermark

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