Alte Fotos sollen bei der Suche helfen
Ein französischer Journalist möchte seine Familiengeschichte schreiben: Ihm fehlen jedoch Informationen über die Zeit, als sein Vater als Kriegsgefangener in Modriach war.
Als Kind habe es ihn nicht sonderlich gut zugehört, wenn sein Vater, verstorben 1977, vom Krieg erzählt habe. Seit jedoch eine seiner vier Schwestern nach dem Tod der Mutter einen Karton mit Fotos auf dem Dachboden entdeckt habe, möchte er mehr wissen, erklärt der 61-jährige Maurice Soutif. Er ist deshalb eigens aus Frankreich in die Steiermark gereist, um in Modriach und Edelschrott Personen zu finden, die seinen Vater Auguste in den Jahren 1940 bis 1945 kennengelernt haben.
Auguste Soutif war nämlich als Kriegsgefangener in die Weststeiermark gekommen und hat bei Bauern gearbeitet. Und die Fotos, die er mit nach Hause genommen hat, lassen darauf schließen, dass er mit einigen Modriachern oder Edelschrottern besser bekannt gewesen sein muss.
Besonders interessiert ist Maurice Soutif an einem Bild, das seine Nichte leider zerrissen hat und von dem nur noch ein Fragment vorhanden ist: Darauf ist im Hintergrund eine ältere Frau zu sehen, im Vordergrund eine jüngere, die einen Säugling in den Armen hält.
"Vielleicht besitzt noch jemand außer mir so ein Foto", hofft Soutif. "Es könnte doch sein, dass es in einem Familienalbum steckt und jemand weiß, warum dieses Foto im Besitz meines Vaters war."
Außerdem existiert noch ein weiteres Bild, auf dem eine gut gekleidete, zirka 30-jährige Frau in die Kamera lacht. "Sie trägt kein Kopftuch, wie das damals bei Bäuerinnen üblich war. Es könnte sich unter Umständen um eine Lehrerin handeln", vermutet Soutif, der sich auch freuen würde, könnte er mehr über die zwei Buben erfahren, die neben der vermeintlichen Lehrerin stehen und von denen noch ein weiteres Bild existiert. Nicht vergessen darf man allerdings, dass alle Fotos vor rund 60 Jahren entstanden sind.
Erinnerung
Soutif hat seine Suche in der Weststeiermark sorgfältig vorbereitet: Er kontaktierte Bürgermeister Werner Münzer, schilderte ihm die Geschichte und schickte die Fotos. "Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet, ob ich Glück habe und freundlich aufgenommen werde oder nicht", so der 61-Jährige. "Ich weiß nicht, ob sie meinen Vater, der ein sehr schüchterner, aber heiterer Mann war, geliebt oder gehasst haben", meint der Franzose.
Zwei Modriacherinnen, die sich an seinen Vater erinnern können, hat er bereits kennengelernt: "Als ich ihnen das Foto zeigte, haben sie sofort gesagt: ,Das ist der Auguste'. Er soll viel gelacht und gern Streiche gespielt haben - wie Max und Moritz."









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