Angst vor organisierten Pilzesammlern aus Italien
Die Steiermark stöhnt unter den gut organisierten Pilzesammlern aus Italien. Laut Bundesverordnung darf jeder Schwammerlsucher zwei Kilogramm Pilze sammeln, wenn es der Waldbesitzer nicht verbietet.

Foto © APSteinpilze sind heiß begehrt
Es ist 7.30 Uhr. Ein verdächtiges Fahrzeug steht verlassen auf dem Parkplat. Verdächtig, weil ein italienisches Kennzeichen an dem Auto prangt. Sonst scheint rund um das Gasthaus an der Autobahnabfahrt Modriach alles unauffällig.
"Systematische" Suche.
"Die Italiener suchen in Zehnerreihen mit Funkgeräten systematisch den ganzen Wald ab", hat ein aufgebrachter Anrufer der Kleinen Zeitung erzählt. "Sie werden sehen: Alles ist voller italienischer Autos", so der Herr.
"Viel Müll". In Modriach hingegen zeigt sich einstweilen nur ein älterer Mann: "Ja, ja die Italiener kommen zu uns, das is' wohl so", meint Robert, während er vor seinem Haus Holz hackt. Er ist einer der wenigen, der schon auf den Beinen ist. Und die Pilzsammler. Erst letzte Woche hat er im Ort italienische Autos gesehen. "Die kommen um fünf und um neun sin's schon wieder weg", sagt er. Aber: "Das is' ja nix Neues." Was ihn an den Besuchern besonders stört: "Im Vorjahr waren's so viele, da war alles zugeparkt." Und: Viel Müll würde man in den Wäldern finden.
Italiener. Auch Franz, der nun die Blumen am Hauptplatz gießt, nickt dazu: "Ja, die Italiener sind schon da, aber: Manche stört's mehr - andere weniger."
Schwammerlsuchen. Zurück vor der Gaststätte steht nach wie vor das Auto mit dem "I". Das Gasthaus Klug hat nun aber seine Türen geöffnet. Ja, die Gäste kommen hier von überall, erzählt die Besitzerin Monika Klug, während sie Kaffee macht. Auch Italiener sind dabei. "Viele fahren von der Autobahn ab, um bei uns zu übernachten", erzählt die Frau. Denn: "Die Raststätten sind ja viel zu teuer..." Ja, auch Schwammerlsuchen würden die Gäste schon gerne. Ein "Buon giorno" ist dann zu hören. Ein älterer Mann setzt sich verschlafen zum Frühstück. Es ist 8.30 Uhr. Er verspeist ein Schinken-Semmerl.
Örtliche Pilz-Sammelstelle. Klug erzählt weiter: "Ich bin mit Gästen aus Rimini sogar befreundet." Einige pensionierte Paare verständigt sie per Telefon, wenn besonders viele Pilze wachsen. "Sie bleiben dann zwei, drei Tage. Pro Tag sammeln sie schon zwei Kilo. Und wenn sie nichts finden, kaufen sie bei der örtlichen Pilz-Sammelstelle ein." Zum Mit-nach-Hause-nehmen.
Gäste erwünscht. "Fälle von organisierten Pilzsuchern sind mir nicht bekannt", sagt auch der zuständige Förster Eduard Scherr. Doch: "Internationale Gäste sind im Ort ja erwünscht." Im Gasthaus Klug haben die italienischen Urlauber besondere Freude mit dem Hund, wie die Besitzerin sagt. Laura Biagiotti heißt er übrigens.









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