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Zuletzt aktualisiert: 14.11.2009 um 22:35 UhrKommentare

Schwergewicht war stärker als sieben Pferde

Verbindung zwischen Beruf und Hobby: Ein Maria Lankowitzer beschäftigt sich mit Motorsägen und besitzt höchst seltene Exemplare.

Karl Rauscher

Foto © KKKarl Rauscher

Seit Jahrzehnten sind Motorsägen aus der Forstwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Und beinahe jeder Gartenbesitzer nennt ein "Fichtenmoped" sein Eigen. Die erste Kettensäge - elektrisch betrieben - wurde 1926 gebaut, Benzinsägen kamen ab 1929 auf den Markt.

Einer, der über die Entwicklung der Motorsägen wie kaum ein anderer im Bezirk Voitsberg Bescheid weiß, ist der pensionierte Landmaschinenmechaniker-Meister Karl Rauscher aus Maria Lankowitz. Der bald 79-Jährige kennt eine Vielzahl verschiedener Sägetypen. "Die erste Benzinmotorsäge war ein Schwergewicht, sie hatte eine Leistung von 7,5 Pferdestärken und wog stolze 63 Kilo", erzählt Rauscher.

Ungetüm

Ein besonderes Exemplar hat der Maria Lankowitzer in seiner umfangreichen Motorsägen-Sammlung: Es wurde für das deutsche Heer gebaut, wog 38 Kilogramm, die Schnittlängen betrugen zwischen 50 und 120 Zentimeter. Und dieses Ungetüm funktioniert noch tadellos. Die erste "Leichtsäge" kam 1954 auf den Markt und wog "nur" 14,5 Kilo.

"Mit der legendären ,Contra', sie wurde ab 1959 hergestellt, konnte man immerhin die damals noch skeptischen Forstleute von der Zweckmäßigkeit einer modernen Motorsäge überzeugen", erinnert sich Rauscher. "Sie hatte 12 Kilo und brachte eine Leistung von 7 PS." Heute wiegen leistungsstarke Motorsägen zwischen fünf und sieben Kilo, Leichtsägen bringen sogar nur vier bis fünf Kilo auf die Waage.

Oberförster Peter Weißnar von den Österreichischen Bundesforsten bestätigt den Einzug der Motorsägen mit der "Contra" in den Sechziger-Jahren. "Dieses Gerät hat fürchterlich vibriert. Arbeiter litten daher häufig unter der so genannten Weißfinger-Krankheit. Das waren Durchblutungsstörungen, hervorgerufen durch die Motorsägen", schildert der Forstmann. "Die Hände sind kalt und gefühllos geworden. Das hat man in der Folge auch als Berufskrankheit anerkannt." Die Lösung dieses Problems waren schließlich die Antivibrationsgriffe.

Auch wenn die Motorsäge immer noch im Einsatz ist, bei großem Holzanfall, wie etwa nach dem Sturmtief "Paula", sind bereits neue Maschinen gefragt. So wird zum Beispiel mit Harvestern gearbeitet. Sie fällen den Baum, befreien ihn von Ästen, und schneiden das Holz in der gewünschten Länge.

KARL MAYER

Klementifeier

Danken. Welches Gerät auch im Einsatz ist, die Arbeit im Forst zählt noch immer zu den gefährlichsten. Deshalb nehmen die im Wald Arbeitenden den Tag ihres Schutzpatrons, des Heiligen Klement, zum Anlass, um für ein unfallfreies Arbeitsjahr zu danken. In Kainach lädt die Beaufortsche Gutsverwaltung auch heuer am Samstag, dem 21. November, zu einer Klementifeier ein. Die Forstverwaltung des Malteser-Ritter-Ordens veranstaltet ebenfalls alljährlich um den Klementitag eine Feier.

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