Er hat die Bombe gefunden
Leopold Kügerl ist jener Baggerfahrer, der auf die Fliegerbombe beim Bahnhof gestoßen ist. Die öffentliche Hand entschädigt für Schäden die durch die Detonation entstanden sind. Betroffene müssen sich melden.

Foto © Jürgen FuchsLeopold Kügerl, Baggerfahrer aus Steinberg
Fußballer. Feuerwehrmann. Baggerfahrer. Das und nichts anderes wollen in der Regel vier- bis zehnjährige Knirpse werden. Doch am vergangenen Freitag wollte mit Sicherheit keiner von ihnen mit Leopold Kügerl tauschen: Denn der 33-Jährige ist jener Baggerfahrer, der auf die letztlich gesprengte Fliegerbombe beim Grazer Hauptbahnhof gestoßen ist.
Freitag, kurz nach Mittag: Mitten im Arbeiten entdeckt Kügerl plötzlich etwas Glänzendes im Erdhaufen - zur selben Zeit schreit auch schon jener Kollege "Stopp!", der permanent in der Nähe des Baggers steht und sicherheitshalber das freigelegte Erdreich im Auge behält.
"Ich bin dann gleich runter vom Bagger und weg von der Baustelle", erzählt Kügerl der Kleinen Zeitung. "Wobei das momentan alles so schnell geht, da denkst du gar nicht darüber nach, was hätte sein können. Aber im Nachhinein war schon ein mulmiges Gefühl da. Am Abend beim Heimfahren, wie ich im Radio höre, was sich auf einmal alles abspielt", meint der 33-Jährige aus Steinberg.
Auch Kollegen und Freunden wird kurz angst und bang um ihren Leopold: "Ja, noch am Freitag hat mein Handy ein paar Mal geläutet", schmunzelt Kügerl, der beim Bahnhof längst wieder im Einsatz ist. "Wenn du weißt, dass hier noch Bomben liegen können, dann arbeitest du schon ein wenig anders. Das heißt nicht, dass ich dauernd dran denk', dann könnte ich es gleich bleiben lassen. Aber du bist beim Graben schon vorsichtiger."
Indes können auch all jene aufatmen, deren Fenster- oder Windschutzscheiben bei der Sprengung der Bombe zu Bruch gegangen sind. Nach einer Prüfung durch die Magistratsdirektion verkündete Thomas Rajakovics, Sprecher von Bürgermeister Siegfried Nagl: "Die öffentliche Hand übernimmt die Kosten für alle Schäden, die ursächlich mit der Detonation der Bombe in Zusammenhang stehen. Wichtig ist, dass sich Betroffene bei der Polizei beim Bahnhof melden."








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