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Zuletzt aktualisiert: 27.02.2010 um 23:32 UhrKommentare

Gebellt wird nur in den Pausen

Gina wird von der ganzen Klasse geliebt: In der Ligister Volksschule ist die Schäferhündin Gesprächspartner, Katalysator und Kuscheltier.

Mathias kommt in die 2.c.-Klasse zu Besuch, um Gina zu treffen

Foto © L.L.Mathias kommt in die 2.c.-Klasse zu Besuch, um Gina zu treffen

Direktorin Anna Ofner fragt in die Runde: "Wer hat Gina lieb?" Und eine ganz Klasse macht so was von blitzartig "Hände hoch", dass man nur staunen kann: Gina, die elfjährige Schäferhündin von Lehrerin Michaela Probst, braucht in der Ligister Volksschule nämlich wirklich nicht um Gunstbeweise zu buhlen, sie bekommt jegliche Form der Zuneigung ohne Bettelei oder Anbiederung.

Den Vierbeiner, der seit zehn Jahren in Klassenzimmern für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier sorgt, kann nichts so leicht erschüttern. Er hat sich längst an das Läuten der Pausenglocke, an überschwängliche Umarmungen, duftende Jausenbrote und streichelnde Kinderhände gewöhnt: "Er ist ein Therapiehund, hatte anfangs hauptsächlich mit älteren und behinderten Menschen zu tun. Was Gina für den Umgang mit Kindern braucht, habe ich ihr im Lauf der Zeit selbst beigebracht", erklärt Probst.

Rücksicht

Die zehn Mädchen und acht Buben der 2.c-Klasse sagen Gina nichts Schlechtes nach. Die Schäferhündin könne sich benehmen, sei kein Wurstsemmel-Fresser wie der Fernseh-Rex: Ein lautes "Nein!" genüge - und Jausen sind in Sicherheit. Wenn der Hund einmal ein tierisches Bedürfnis nach einem kurzen Freigang verspürt, darf ihn eines der Kinder in den Schulhof bringen. Er muss mit frischem Trinkwasser versorgt werden, hat eine fette Stoffmaus als Spielzeug, braucht Beschäftigung in der Pause und einen Liegeplatz. "Gina wirkt als sozialer Katalysator", ist Probst überzeugt. "Die Schülerinnen und Schüler lernen durch sie, Verantwortung zu übernehmen, rücksichtsvoll zu sein, kritischer im Einschätzen von Situationen zu werden - und sie sind selbstbewusster." Was die Pädagogin noch beobachtet hat und von der Direktorin bestätigt wird: "Verhaltensauffällige oder aggressive Kinder werden ruhiger, isolierte hingegen aktiver."

Zeugnisangst kennt Gina nicht: Sie bekommt von den Kindern sehr gute Noten - mit einer Einschränkung: Wenn Welpe Lara, ebenfalls ein Hund der Lehrerin, ins Klassenzimmer kommt, lässt die tierische Aufmerksamkeit stark nach.

LYDIA LASUTSCHENKO

Tier als Therapeut

Unterstützung. Gina ist ein Therapiehund. Lehrerin Michaela Probst sieht die Schäferhündin, die ein- bis dreimal pro Woche ins Klassenzimmer kommt, unter anderem als Gesprächspartner, der nicht wertet oder entwertet, den man anfassen und streicheln kann.

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