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Zuletzt aktualisiert: 14.09.2010 um 11:03 UhrKommentare

"Wir sind besser als der Hai"

Die Natur als Vorbild: Was ein Riffhai mit zwei Jung-Unternehmern und der Energieeffizienz von Flugzeugen zu tun hat.

Erfolgreiche Testflüge mit der neuen Technologie

Foto © M. KanizajErfolgreiche Testflüge mit der neuen Technologie

Alles fing vor mit einer Haihaut an. Genau genommen mit der Haut eines Schwarzspitzen-Riffhais, die sich Peter Leitl und Andreas Flanschger aus dem Haus der Natur borgten. An der TU Graz klemmten die beiden Maschinenbaustudenten sie unter ein Mikroskop, erforschten die Oberflächenbeschaffenheit, wollten wissen, was Haie so schnell und effizient macht und stellten erste Berechnungen an. Mit dem Ziel, eine perfekte Oberfläche zu schaffen, die Flugzeuge schneller, aber vor allem energieeffizienter - sparsamer - macht.

Die Idee, den Reibungswiderstand zu verringern ist nicht neu, ebenso die Haut des Hais dafür zu bemühen. Neu und weltweit einzigartig ist aber das Knowhow um die Berechnungen. Das ließ die beiden Studenten am Ball bleiben.

"Während unserer Zusammenarbeit im TU Racing Team sind wir mit allen möglichen Technologien in Berührung gekommen und haben uns gefragt, warum man spezielle Strukturen nicht schon längst beim Racing einsetzt", erinnert sich Tüftler Peter Leitl. Strukturen, die so fein sind, dass man sie mit freiem Auge nicht erkennen kann, die aber den Luftwiderstand wesentlich verringern sollten. Monatelange Recherchen folgten. Die Suche nach einem passenden Verfahren für die Umsetzung gestaltete sich als schwierig.

"Die größten Schwierigkeiten lagen in der Präzision der Struktur und der Berechnung", sagt Peter Leitl. Mit mechanischen Werkzeugen war die Umsetzung unmöglich. Als Peter Leitl die Diplomarbeit einreichte war es soweit - die erste Struktur wurde in Auftrag gegeben. Der Partner, ein deutsches Unternehmen, kam aus der Photooptik. Zusammen entwickelten sie ein Produkt, das Flugzeugen insgesamt etwa vier Prozent Kraftstoffersparnis bringen kann.

Unternehmensgründung

Das Produkt ist vereinfacht gesagt eine selbstklebende Folie, die an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden kann. Sie wird auf die Tragflächen eines Flugzeugs oder auch auf die Rotorblätter eines Windkraftwerks aufgeklebt und optimiert so die Strömungsverhältnisse. "Wir sind besser als der Hai", fasst Andreas Flanschger zusammen. "Unsere Oberfläche ist noch effizienter."

Gegründet wurde im April 2009, gleich nach dem Studium. Mittlerweile hat die Bionic Surface Technologies OG einen Mitarbeiter und beachtliche Referenzen aufzuweisen. Gemeinsam mit Red-Bull-Pilot Hannes Arch entwickelte sie das Datenmanagement. Peter Leitl begleitete den Piloten dafür beim Air Race rund um die Welt und lernte "selten so viel wie in den letzten Monaten." Derzeit kommt die neue Technologie beim Reno Airrace in Nevada zum Einsatz. 2011 starten zwei Forschungsprojekte zum Thema Windkraft.

"Wir haben keinen Investor", sagt Andreas Flanschger. Ziel ist es also, in den nächsten zwei Jahren einen Geldgeber zu finden, um alles auf die nächste Ebene zu bringen.

BIRGIT PICHLER

Zu den Personen

Peter Leitl (30), kommt aus Salzburg, er studierte Maschinenbau an der TU Graz; Andreas Flandschger (28) wuchs in Krottendorf/Ligist auf und studierte Maschinenbau/Wirtschaft. Er ist wissenschaftlicher Assistent des Instituts für Betriebswirtschaftslehre und -soziologie TU Graz.

Das Unternehmen. Bionic Surface Technologies wurde 2009 gegründet.

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