Mehr als ein Jahrhundert
Maria Strasser aus Kohlschwarz feierte diese Woche ihren 105. Geburtstag. Als sie geboren wurde, war noch Franz Josef Kaiser von Österreich.
Als Maria Strasser aus Kohlschwarz im Jahre 1905 geboren wurde, regierte noch Kaiser Franz Josef, Toni Schruf veranstaltete die "Nordischen Spiele", sozusagen die ersten Olympischen Winterspiele, und in Graz ging die erste Kinovorführung der Steiermark über die Leinwand.
Diese Woche, am 9. April, feierte die Kohlschwarzerin ihren 105. Geburtstag. Und das in erstaunlich guter Verfassung. Sie kann sich noch an vieles erinnern und sitzt erst seit wenigen Wochen im Rollstuhl. "Nur mit den Augen hapert es", meint die Jubilarin, "ich kann niemanden mehr erkennen." Doch wenn die Besucher ihren Namen nennen, weiß die Pensionistin ihre Gäste zuzuordnen. Die rüstige Frau lebt noch immer beim vulgo Kögerl und wird von ihrer Tochter Maria, ihrem Schwiegersohn Franz sowie ihrer Enkelin Judith gepflegt.
In St. Pankrazen geboren, wuchs Maria Strasser mit sieben Geschwistern auf. Vor allem die Zeiten während und nach dem Ersten Weltkrieg blieben ihr in Erinnerung: "Wir haben kaum etwas zu essen gehabt, der Hunger war ganz, ganz arg." 1930 kam die damals 25-Jährige nach Afling in den Dienst. "Viel Arbeit, aber erstmals einen, wenn auch kargen Lohn", so die Pensionistin. Sechs Jahre später zog sie mit ihrem Mann Maximilian zum vulgo Kögerl am Kohlschwarzberg. Dort musste sie auf den steilen Wiesen und Äckern wieder hart arbeiten - vor allem während des Zweiten Weltkrieges, als der Gatte einrücken musste. Der Ehemann kam krank aus dem Krieg zurück und starb 1958.
Harte Arbeit und ein karges Leben - darin sieht Strasser jedoch den Grund für ihr hohes Alter. Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer, Landesrätin Elisabeth Grossmann, Landtagsabgeordneter Erwin Dirnberger, Bürgermeister August Bachatz und Vizebürgermeister Hans Pongritz stellten sich als Gratulanten ein.









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