Hut auf und los geht's
Drei Generationen, die nur mit Hut spielen. In Hirschegg treten Hannes, Johann und Julian Lichtenegger gemeinsam als Weisenbläser auf.

Foto © Karl MayerHannes, Julian und Johann Lichtenegger (von links nach rechts) haben sich voll und ganz der Musik verschrieben
Ich, mei Bua und mei Vota", so könnte auch Hannes Lichtenegger aus Hirschegg frei nach einem bekannten Lied der "Seespitzler" anstimmen. Denn die drei Lichteneggers sind gemeinsam in der Ortsmusikkapelle Hirschegg aktiv, wobei der "Ich", Hannes, seit 22 Jahren als Kapellmeister wirkt. "Vota" Johann spielt das Flügelhorn, "Bua" Julian die Trompete.
Seit rund einem Jahr sind die drei Hirschegger als "3 Generationen Weisenbläser" bei zahlreichen festlichen Anlässen anzutreffen. "Ist es schon eine Seltenheit, dass Vater, Sohn und Enkelkind gemeinsam in einer Gruppe musizieren, so ist es noch seltener, dass alle drei dasselbe Instrument spielen", meint Hannes, hauptberuflich Musiklehrer für Blechinstrumente.
Der "Senior" Johann zählt stolze 75 Lenze, fungierte als Gründungsmitglied bei der Erzherzog Johann Kapelle Edelschrott, war auch Mitglied bei der Bergkapelle Piberstein und ist nun bei der Ortsmusikkapelle. Der "Mittlere", Hannes, studierte Musik und unterrichtet in Zeltweg. Der "Junge", Julian, ist neun Jahre jung, lernt seit zwei Jahren Trompete und ist seit heuer aktives Mitglied bei der Musikkapelle in Hirschegg.
Der Kleinste als Größter
"Natürlich ist Julian bei unseren Auftritten der "Mann", der im Mittelpunkt des Interesses steht", lacht Hannes. "Die Zuhörer finden es super, dass auch der Kleine mit von der Partie ist."
Ein Markenzeichen der "3 Generationen Weisenbläser" sind ihre Hüte. "Ohne Hut gibt es kein Spielen", schmunzelt Opa Johann. "Wenn wir den Hut aufsetzen, heißt es, dass wir anspielen oder dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen." Wobei der kleine Julian ein "Familienstück" auf dem Kopf trägt: Den Hut hat er von seinem Urgroßvater geerbt und trägt ihn auch mit Würde.
"Am Liebsten spielen wir auf der Alm, da klingt die Musik noch viel inniger und herzlicher", erzählt der Kapellmeister. "Und weil Julian doch noch ein Kind ist, gibt es für ihn immer wieder Pausen, in denen er mit seinen Kameraden spielen kann." Die Spielpausen für den Jüngsten bedeuten jedoch keinesfalls Spielpausen für die beiden Älteren "Da unterhalten wir unser Publikum eben als Weisenbläserduo." Besonders stolz ist Julian, dass er gemeinsam mit seinem Vater einen "Landler" komponiert hat. "Wir haben das Musikstück meiner Mutti gewidmet." Weil sie eine begeisterte Waidfrau ist, heißt er ,Da Jagarin ihra'". Im vergangenen Jahr konnten die drei bereits bei zahlreichen Auftritten, vom Brauchtumsfest über Adventmarkt, Vernissagen, Almausklang bis zu Familienfeiern, ihre Trompeten erklingen lassen.
Ihren nächsten Auftritt haben die "3 Generationen Weisenbläser" am Freitag, 24. August, beim Kircherl auf der Bartholomäalm. Und am 15. September beim Almsaisonausklang auf der Saureishütte.







