Der Radstall ist leer
In Rekordzeit versteigerte am Donnerstag Auktionator Werner Halper alle "herrenlosen" Fahrräder im Köflacher Bauhof. Das beste Exemplar spülte sogar 130 Euro in die Kassa.

Foto © Andrea Kratzer
Zehn, zwanzig, fünfzig . . . das ist scheinbar das Top-Rad", wundert sich Auktionator Werner Halper, der die gestrige Versteigerung von 40 Drahteseln, die in Köflach gefunden wurden, leitet. Im Bauhof sind die teils ramponierten, angerosteten oder auch durchaus gut in Schuss befindlichen Zweiräder fein säuberlich aufgefädelt, damit sie an neue Besitzer gebracht werden können. Beim besten Exemplar im Fundstall des Wirtschaftshofes ist noch lange nicht Schluss. Mehrere Interessenten treiben den Preis in die Höhe. Der imaginäre Hammer klopft bei 130 Euro den Schlusspunkt unter das Bieter-Duell.
Andere Schnäppchen sind um wohlfeile drei Euro zu haben. Klare Sache von Angebot und Nachfrage. "Da fehlen ja die Pedale. Kann ich das wieder zurückgeben?" will eine Käuferin wissen. Kein Problem, der nächste Interessent steht schon in den Startlöchern und schnappt sich das Rad. "Dieses Stück ist ohne Sattel, wollen Sie wirklich 25 Euro dafür bieten", will sich Halper einen weiteren Umtausch ersparen. "Nein, um 20 hätte ich es auch ohne Sattel genommen", macht die Dame einen Rückzieher. Zur Freude eines anderen, der mit dem fehlenden Teil keinen Kummer hat.
Kein Ladenhüter
Es dauert keine eine Dreiviertelstunde, bis nicht einmal ein Ladenhüter übrig bleibt. Ein Drahtesel mit verbogener Gabel wird als günstiges Ersatzteillager ersteigert. Manche kommen zu spät zur Schnäppchenjagd, auch bei dieser Versteigerung gilt das Sprichwort: Nur der frühe Vogel fängt den Wurm.
"So etwas haben wir noch nie erlebt", meinen Halper und Karl Meßner vom Bauhof. Rund 750 Euro kamen in die Kassa, ein neuer Rekord. Ein Grazer ergatterte gleich zehn Stück. "Eines ist für mich, außerdem habe ich eine große Familie."








