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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2012 um 20:16 UhrKommentare

Good Morning, Miss Kristin

In der Volksschule Allee in Köflach geht das "Native Speaker"-Programm vorläufig zu Ende.

Wer hat da Verständigungsschwierigkeiten? Die Schüler der Volksschule Allee sicher nicht. Mit einem fröhlichen "Good Morning, Miss Kristin" begrüßen sie Kristin Gilbank, als hätten sie noch nie eine andere Sprache als Englisch gesprochen. Farben, Zahlen, Tiere, Uhrzeiten - in der Fremdsprache kein Problem und auch den Anweisungen der Austauschlehrerin wie "Take out your scissors, please" ("Holt bitte eure Scheren heraus", Anm. d. Red.) folgen sie, ohne überlegen zu müssen.

Ein Jahr lang betreute Gilbank, die in der Nähe von Chicago lebt, im Rahmen eines österreichisch-amerikanischen Austauschprogramms die Schüler. Und obwohl sie nur eine Stunde pro Woche in der Klasse war, ist das Ergebnis beeindruckend.

Vor über 30 Jahren hat die provisorische Schulleiterin Heidemarie Hausegger den Englisch-Unterricht in der Volksschule etabliert. Was heute fix im Lehrplan und in der Lehrerausbildung verankert ist, begann in den 80er Jahren als Schulversuch. "Und als ich vor zehn Jahren durch eine Kooperation mit dem BG/BRG Köflach die Möglichkeit bekam, auch einen sogenannten Native Speaker einzubauen, habe ich die Chance genutzt." Wenn sie auch etwas wehmütig das vorläufige Ende der Partnerschaft verkünden muss. "Ab dem nächsten Schuljahr gibt es ja nur mehr eine Volksschule in Köflach und man wird sehen, wie sich das weiter entwickelt."

Sprache und Feste

Der Vorteil einer Native-Speakerin liegt ihrer Meinung nicht nur im Erlernen der richtigen Aussprache. Auch Brauchtum und Feste wie Halloween, Thanksgiving oder Valentin's Day fanden im Unterricht der engagierten künftigen Lehrerin Gilbank Platz. Denn das war für sie der Grund, nach Österreich zu kommen. "Ich habe Deutsch und Biologie studiert. Wusste aber nicht, was ich damit anfangen sollte." Jetzt ist klar. "Ich werde Lehramt studieren. Die Erfahrungen hier haben mir gezeigt, dass das genau der richtige Beruf für mich ist."

Wenn auch das österreichische Schulsystem anfangs verwirrend war. "Bei uns gehen alle Kinder in eine Schule", erklärt sie. "Dass sie sich hier so früh entscheiden müssen, ist seltsam. Ich bin 26 Jahre alt und weiß erst jetzt, wo mich mein Weg hinführt."

Auch sonst gab es für Gilbank, die mehrmals in Deutschland war und ein Semester in Graz studierte hatte, die eine oder andere Überraschung. "Köflach? Nein, davon habe ich vorher noch nie gehört", lacht sie und meint, dass das Österreichisch in der Weststeiermark noch schwerer zu verstehen ist als in Graz. Verständigungsschwierigkeiten? Nicht mehr. Denn auch Gilbank hat gelernt. Das Wichtigste: "Bist du deppert!"

HEIKE KRUSCH

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