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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 14:43 UhrKommentare

Nyaminyami trifft Industrie

Am 10. Mai eröffnet die neue Stoelzle Galerie der Kunstfabrik Lipizzanerheimat ihre erste Ausstellung. Der Schwerpunkt: Südafrika.

Zeit- genössische Kunst aus Afrika: eine Frauengestalt aus Stein

Foto © PrivatZeit- genössische Kunst aus Afrika: eine Frauengestalt aus Stein

Nyaminyami ist eine mystische Gestalt. Halb Drache, halb Schlange soll er der Sage nach den Sambesi Fluss in Afrika bewohnen und auch bewachen. Mit Stöcken, die sein Abbild zeigen, wird ihm noch immer gehuldigt. Aber nur Auserwählte dürfen die sogenannten "Nymanimyami Sticks" schnitzen. Einer von ihnen ist Tawonameso Rainos, ein in Simbabwe und Südafrika sehr angesehener Künstler.

Und einer jener Künstler, die im Mai ihren Weg nach Bärnbach finden werden. Mithilfe von Elizabeth Edas, einer in der Schweiz lebenden Südafrikanerin, ist es der Kunstfabrik Lipizzanerheimat gelungen, eine sehenswerte Ausstellung nach Bärnbach zu bringen.

Kitsch und Kunst

Etwa 150 Exponate werden ausgestellt. Darunter ältere afrikanische Kunstwerke aus einer privaten Sammlung, gegenständliche afrikanische Kunst von der Steinskulptur zur Malerei, aber auch "Touristenkunst", erklärt Heinrich Schwienbacher, Obmann der Kunstfabrik. "Uns geht es in der Ausstellung darum, echte afrikanische Kunst zu zeigen. Und dazu gehören auch Souvenirs wie beispielsweise Schmuck oder Haushaltsgegenstände." Die Grenze zwischen Kitsch und Kunst sei schließlich fließend. Grundvoraussetzung für die Ausstellung ist nur, dass alle Exponate von Menschen aus Afrika hergestellt werden müssen.

Um sicher zu gehen begaben sich Mitglieder des Kunstvereins gemeinsam mit Edas kürzlich auf eine Kunstreise nach Südafrika. Sechs Tage lang besuchten sie Künstler in deren Werkstätten vor Ort. "Und weil wir auch mit den Künstlern sprechen konnten, werden in der Ausstellung nicht nur die Exponate zu sehen, sondern auch Geschichten der Künstler und Kunstwerke zu lesen sein", sagt Schwienbacher.

Aber nicht nur die Ausstellung an sich, die durch Kunstwerke der Kunstfabrik-Künstler komplettiert wird, ist außergewöhnlich. Auch der Ort ist neu. In den ehemaligen Stoelzle-Arbeitsräumen hinter dem Glasmuseum - das Areal umfasst etwa 300 Quadratmeter - werden die Exponate ab 10. Mai in der Stoelzle Galerie bei freiwilliger Spende präsentiert. Man darf gespannt sein wie Nyaminyami Sticks und Industriegebäude zusammen passen.

HEIKE KRUSCH

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