"Gankerl" und braves Weiberl
Die großen und kleinen Besucher, die in Piber mit den Fohlen spazieren gingen, zeigten sich begeistert vom heurigen Nachwuchs.

Foto © Andrea KratzerStreicheleinheiten sind durchaus erlaubt: Beim Fohlenspaziergang im Lipizzanergestüt in Piber
Bunte Rucksäcke, unzählige Kinderwagerln und noch mehr Fotoapparate: Lokalaugenschein bei einem Fohlenspaziergang in Piber. Gestartet wird auf der sonnenbeschienenen Koppel. "Mei, sind die süß", so der Ausruf einer Mutter, die mit ihren Sprösslingen im Schlepptau den Nachwuchs im Gestüt in Piber bewundert. Zuerst wird das jüngste Pferdekind samt Frau Mama vorgestellt, ehe die Stalltüren im Hintergrund aufgehen und eine Herde weißer Stuten mit ihren hellbraun bis fast schwarz gefärbten Fohlen gemächlich ihren Auftritt genießt.
Einer der ersten, der Richtung Zaungäste trabt, ist Siglavy Alma, der Patenhengst der Kleinen Zetung, unverkennbar mit seinem weißen Stern. Von seinen Betreuern wird er liebevoll als "Gankerl" beschrieben, eine Anspielung auf erste Streiche, die er gemeinsam mit seinem besten Freund ausheckt. In der Kinderstube der Lipizzaner in Piber herrscht schon ein richtiges Gewusel: Acht Stut- und 12 Hengstfohlen erblickten heuer das Licht der Welt. Mindestens noch einmal so viele werden noch erwartet.
"Schau, das ist ein Braver, der Kleine. Klar, das ist ja ein Weiberl", meint eine Zuschauerin. "Elegant, wie sie sich bewegen. Die wissen schon, dass sie etwas Besonderes sind", mutmaßt ein Begleiter.
"Heute sind sie ein bisserl schüchtern. Sonst kommen sie immer ganz zum Zaun", sagt Hubert Murg, der den Fohlenspaziergang in souveräner Manier anführt. Seine Erklärung: "Die Pferde sonnen sich und genießen das schöne Wetter."
Dennoch lassen sich Mütter und Fohlen mit der einen oder anderen Streicheleinheit verwöhnen und geduldig mit und von den Besuchern fotografieren. Nachdem alle Fragen beantwortet und letzte Bilder vom herzigen Nachwuchs geschossen wurden, dürfen die Vierbeiner wieder in den Stall. "Baba, Pferde", winkt ein kleines Mädchen hinterher, ehe es zu den jungen Stuten auf die Koppel geht. Danach werden die Deckhengste von der Spanischen im Stall begutachtet. Mit mehreren Huftritten gegen die Nachbarbox zeigen die Herren ihr Temperament und vor allem ihre Rivalität. "Gleich kommen sie zum Deckeneinsatz, daher sind sie schon nervös", erklärt Murg. Ein Abstecher in die Wagenremise mit den wertvollen Kutschen rundet das Programm ab. Zwei Termine werden noch angeboten: Am Donnerstag, dem 22. März, und am 29. März, jeweils um 14 Uhr.








