Kraftfutter zum Geburtstagsfest
Conversano Spadiglia, der Patenhengst der Kleinen Zeitung, feiert bald seinen zweiten Geburtstag. Laut seinen Betreuern entwickelt er sich prächtig.

Foto © KratzerDemnächst feiert "unser" Hengst, der prächtig angewachsen ist, seinen zweiten Geburtstag
Ich weiß schon, dass gern hinter meinem breiten Rücken getuschelt wird, und meine Betreuer Peter Schützinger und Stefan Schriebl, neugierigen Journalistinnen von der Kleinen Zeitung erzählen, dass ich ein fresslustiger Bursche sei. Tatsache ist, dass ich gut ausschaue, das ist mir auch von der Stutenwelt immer wieder bestätigt worden. Und Tatsache ist auch, dass ich, der erstgeborene Hengst des Jahrgangs 2010, mit dem klingenden Namen Conversano Spadiglia ja der Stärkste meines Jahrganges sein muss.
Als Jänner-Fohlen hat man in unserer Kinderstube im Gestüt in Piber ja so einige Vorteile, das will ich gar nicht bestreiten. Die Betreuer freuen sich immer auf die ersten Geburten und verwöhnen diese Fohlen besonders gern mit ausreichend Streicheleinheiten und mit Leckereien. Im Nachhinein betrachtet ist es daher nicht ganz fair, wenn mir vorgeworfen wird, fresslustig zu sein. Vornehm ausgedrückt heißt es im Fachjargon immer, ich sei leichtfüttrig.
Dabei ist es einfach so, dass ich nicht heikel bin und herumzicke, wenn ich zum Frühstück mit Kraftfutter und danach mit Heu aufgepäppelt werde, ehe die Pflege auf dem Tagesprogramm steht. Üblicherweise wird mein Fell gebürstet und ich werde gewaschen. Heute haben sie mir sogar eine Vollwäsche verpasst, damit ich auf den Zeitungsfotos gut ausschaue und kein fleckiges Fell präsentiere.
Zugegeben: Ich bin bei den Ersten dabei, wenn wir auf unserer Koppel, in der sich unsere Männerrunde tagsüber bis gegen 17 Uhr aufhält, irgendwo eine Wasserlacke entdecken und uns darin wälzen. Auch das gehört zu einem ausgefüllten Pferdeleben. Ehrlich gesagt, wenn wir Schnee hätten, wie in den Vorjahren, könnten wir unsere Abrollübungen ja auf der weißen Unterlage durchführen und würden uns nicht so schmutzig machen.
Gestern wurde ich von meinen beiden Betreuern sogar sehr gelobt, weil ich bei den Tetanus- und Grippe-Impfungen nicht einmal mit einer Wimper gezuckt habe. Und dem Tierarzt bin ich auch nicht auf die Füße getreten, ich weiß ja, was sich gehört.
Wie ich zu meinem Spitznamen - der Kleine Redakteur - gekommen bin, möchten Sie sicher auch gern wissen: Den verdanke ich noch unserem früheren Obergestütsmeister Leo Weiß. Er hat mich so getauft, weil die Kleine Zeitung ein Patenfohlen gesucht und sich für mich entschieden hat. Die haben eben Geschmack. Aber das muss ich Ihnen, verehrte Leserin oder Leser, sicher nicht sagen . . .
Features
FAKTEN
Gestüt. Im Gestüt Piber werden Privatpatenschaften (450 Euro pro Jahr) oder Firmenpatenschaften (1000 Euro pro Jahr) für Fohlen angeboten. Dafür werden einige Gegenleistungen erbracht (Infos bei Michaela Pfleger Tel. 0 31 44-33 23 105).










